Hilfe für BedürftigeMaisacher Tafel gerät in finanzielle Schieflage

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Die Maisacher Tafel gibt weiterhin Lebensmittel an Bedürftige aus. Es werden jedoch dringend neue Spender gesucht (Symbolbild).
Die Maisacher Tafel gibt weiterhin Lebensmittel an Bedürftige aus. Es werden jedoch dringend neue Spender gesucht (Symbolbild). Johannes Simon
  • Der Maisacher Tafel sind zwei Großspender weggefallen, wodurch eine fünfstellige Summe und fast die Hälfte des Spendenaufkommens fehlt.
  • Die Bürgerstiftung will den Betrieb auf alle Fälle weiterführen und gleicht ein drohendes Defizit notfalls mit anderen Spenden aus.
  • Bürgermeister Seidl stellt 4000 Euro aus dem Sozialfonds in Aussicht und will bei anderen Gemeinden um Hilfe werben.
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Nach dem Ausfall zweier Großspender hält die Bürgerstiftung den Betrieb aufrecht, sucht aber dringend neue Spender. Wie es nun weitergehen soll.

Von Ingrid Hügenell, Maisach

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Etwa 590 Menschen unterstützt die Maisacher Tafel mit Lebensmittelspenden – dreimal so viele wie vor fünf Jahren – finanziert aus Spenden und mit viel ehrenamtlicher Arbeit. Doch in diesem Jahr sind überraschend zwei Großspender weggefallen – und mit ihnen eine fünfstellige Summe, fast die Hälfte des Spendenaufkommens für die Maisacher Tafel. Der Bürgerstiftung, die im Landkreis Fürstenfeldbruck vier Tafeln betreibt, ist diese Unterstützung bedürftiger Menschen aber so wichtig, dass sie sie auf alle Fälle weiterführen wird. „Der Fortbestand ist sicher. Eine Tafel zu schließen, steht bei uns nicht zur Diskussion“, versichert Katrin Rizzi, Geschäftsführerin der Bürgerstiftung.

Seit Monaten versucht die Bürgerstiftung, die fehlende Summe anderweitig aufzutreiben. „Viel ist nicht dabei rumgekommen“, sagt Rizzi. Sollten bis Jahresende nicht genug neue Spenden zusammenkommen, werde ein drohendes Defizit ausgeglichen – durch allgemeine Tafelspenden und von anderen Spenden, die die Bürgerstiftung erhalten hat. „Das fehlt aber dann woanders.“

Der Spendenausfall sei überraschend gekommen und erst aufgefallen, als die erwarteten Summen nicht eingegangen seien. Die beiden Großspender, eine Firma und eine Privatperson, sind offenbar aus Maisach weggezogen.

Die Bürgerstiftung hat bereits über die Mitteilungsblätter der Gemeinden nach neuen Spendern gesucht, bislang allerdings vergeblich. Zwei Firmen hätten ihm heuer schon gesagt, dass sie gar nicht spenden könnten, berichtet Norman Wenke, der die Maisacher Tafel leitet. Denn ihre Lage sei auch nicht so rosig. Und von einer weiteren großen Firma komme weniger Geld als im vorigen Jahr. Einige kleinere Spenden von Geschäftsleuten wie Apothekern oder Friseuren seien bisher ebenfalls ausgeblieben. Wenke hofft, dass sich das in der Vorweihnachtszeit noch ändert.

Erste positive Signale gibt es bereits, die Realschule Maisach habe den Erlös ihres Kuchenbasars gespendet, berichtet Wenke: 700 Euro. „Es sieht zumindest ein bisschen besser aus.“ Auf die dringenden Hilferufe hat nun auch der Maisacher Bürgermeister Hans Seidl (CSU) reagiert. Er rief Rizzi an und stellte eine Summe von 4000 Euro aus dem Sozialfonds der Gemeinde in Aussicht. Der wird ebenfalls aus Spenden gespeist. „Das ist natürlich eine Riesenhilfe“, sagt Wenke, als er davon erfährt.

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Seidl hat die Gemeinderatsmitglieder per E-Mail nach ihrer Meinung gefragt und berichtet auf Anfrage, eine Mehrheit sei für die Idee, die Summe aus dem Sozialfonds an die Tafel zu geben. „Ich denke, da wird keiner dagegen sein.“ Außerdem soll beim Maisacher Advent am dritten Adventswochenende um Spenden für die Tafel geworben werden. Zudem will Seidl bei den Bürgermeistern der weiteren Gemeinden, deren Bürger von der Maisacher Tafel unterstützt werden, um Hilfe werben. „Wir gehen mit gutem Beispiel voran, ich werde darum bitten, dass die anderen nachziehen.“

Auch Bedürftige aus Gernlinden, Althegnenberg, Egenhofen, Hattenhofen, Mammendorf, Mittelstetten, Ober- und Unterschweinbach erhalten Lebensmittel von der Maisacher Tafel. An drei Tagen pro Woche werden Lebensmittel verteilt, an fünf Tagen sind die unbezahlten, freiwilligen Helfer per Auto unterwegs, um die Spenden einzusammeln. Dadurch kommen Rizzi zufolge hohe Benzinkosten zusammen.

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Der Fuhrpark mit sechs Fahrzeugen verschlinge das meiste Geld, erklärt die Geschäftsführerin, für Kfz-Versicherung allein fielen etwa 13 000 Euro pro Jahr an. „Und da ist noch kein Kilometer gefahren, keine Wartung gemacht und keine Reparatur bezahlt.“ Sie will nun beim Spendenhilfswerk „Gute Werke“ der Süddeutschen Zeiten finanzielle Hilfe für die Logistik beantragen. Aus den Zuwendungen der SZ-Leser sind die Tafeln schon früher unterstützt worden.

Die Gemeinde Maisach unterstützt die Tafel auch dadurch, dass sie ihr das Ladenlokal für die Ausgabe und als Lager mietfrei überlässt. Auf jeden Fall verfüge die Tafel über genügend Ware und unbezahlte Mitarbeiter. Deshalb werde auf alle Fälle im neuen Jahr das Projekt „Herzenskiste“ wie geplant begonnen, ein Lieferdienst für Seniorinnen und Senioren, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Um wenigstens gelegentlich auch haltbare Lebensmittel wie Mehl, Öl oder Zucker verteilen zu können, werden Spenden gebraucht. Und insgesamt wird eine neue Basis gesucht, ein verlässlicher Grundstock. Tatsächlich aber ist jede Spende hochwillkommen. „Es gibt auch Leute, die spenden fünf Euro“, sagt Geschäftsführerin Rizzi. „Jeder Euro zählt.“

Wer für die Maisacher Tafel spenden möchte, kann das über folgende Konten der Bürgerstiftung tun: Volksbank Raiffeisenbank Fürstenfeldbruck, IBAN: DE90 7016 3370 0000 0004 00 oder Sparkasse FürstenfeldbruckIBAN: DE20 7005 3070 0031 4753 04. Bei einer Überweisung sollten der Spendenzweck angegeben werden und ebenso die eigene Adresse, damit eine Spendenquittung zugeschickt werden kann.

Spendenmöglichkeiten für die „Guten Werke der Süddeutschen Zeitung“ finden sich online unter sz-gutewerke.de/spenden/online.

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