MaisachFehlende Grundlagen

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Die Beschaffung von Luftreinigern für alle Schulen, für die die Stadt Dachau als Sachaufwandsträger zuständig ist, würde 49.350 Euro kosten.
Die Beschaffung von Luftreinigern für alle Schulen, für die die Stadt Dachau als Sachaufwandsträger zuständig ist, würde 49.350 Euro kosten. Sven Hoppe/dpa

Die Gemeinde Maisach möchte Luftreinigungsgeräte für Schulen und Kindertagesstätten beschaffen. Wie weiß sie jedoch noch nicht

Von Erich C. Setzwein, Maisach

Das Bemühen ist zu erkennen, doch die Umsetzung lässt auf sich warten. Das haben am Donnerstagabend die Besucher der Gemeinderatssitzung im Gernlindener Bürgerzentrum erkannt, als es um die Beschaffung von Luftreinigungsgeräten für die Grundschulen und Kindertagesstätten in Maisach und Gernlinden ging. Dass jetzt eigentlich die Zeit wäre, um die Geräte zu beschaffen, daran zweifelte niemand, doch die fehlenden staatlichen Vorgaben und Fördermöglichkeiten bremsen die Verwaltung aus. Selbst die Forderung der Grünen, sofort loszulegen und einfach auf gut Glück Luftfiltergeräte zu beschaffen, konnte nicht erfüllt werden.

"Es fehlen die Detailregelungen", erläuterte der geschäftsleitende Beamte Peter Eberlein die aktuelle Situation. Benötigt werden um die 150 Geräte, deren Gesamtkosten sich laut Schulreferentin Christa Turini-Huber (CSU) auf 548 000 Euro belaufen könnten. Nun hätte ein solcher Auftrag aber eine Summe, die jeden aufmerksamen Gemeinderat aufhorchen lässt. Denn wenn dieser Auftrag erst auf europäischer Ebene ausgeschrieben werden müsste, könnte sich die Beschaffung zeitlich arg verzögern. Das wollen weder Eberlein noch Bürgermeister Hans Seidl (CSU), wissen aber beide noch nicht, wie das zu verhindern ist. Seidl sagte angesichts der mangelhaften Faktenlage aus dem Kultusministerium, es gebe reichlich zu klären. "Wir wollen gesicherte Informationen."

Die wollen die Grünen zwar auch, und nach den Worten ihrer Fraktionssprecherin Barbara Helmers sollte die Gemeinde "alles tun, was notwendig" ist. Doch Helmers stellt sich vor, die Geräte kurzfristig zu erwerben. Ihre Begründung: "Wir sind absurd spät dran damit." Dass sie damit viel zu früh dran wäre, das versuchte ihr Eberlein klar zu machen. "Wir sind leider zum Warten verdammt", sagte der Maisacher Geschäftsführer, "wir brauchen die Förderrichtlinie." Eberlein sagte, man hoffe auf eine Förderung von maximal 150 Euro pro Raum, in den Lüfter gestellt werden sollen.

Zumindest eine Empfehlung hat die Gemeinde nun schon bekommen, sich nämlich um eine Fachfirma zu kümmern, die sie bei der Auswahl und dem Betrieb der Luftreiniger berät. Allerdings ist bislang weder klar, welche Geräte sich eignen, noch was sie letztlich kosten und wie viel die Gemeinde für die regelmäßige Wartung ausgeben muss. Der von Turini-Huber genannte Preis wurde von niemandem angezweifelt oder korrigiert. Der Stückpreis liegt laut Eberlein bei bis zu 4000 Euro.

Die Schulreferentin zeigte sich zuversichtlich, dass mit dem Einsatz der Luftreinigungsgeräte auch wieder Präsenzunterricht stattfinden könne. Jedoch werde man in den Schulen weiter testen müssen. Zudem gebe es "keine Klarheit über weitere Maßnahmen bei zunehmender Inzidenz", sagte Christa Turini-Huber. Sie gab außerdem zu bedenken, dass nach dem Erwerb der Geräte Folgekosten entstehen können. Bürgermeister Seidl kündigte an, dass wegen der außergewöhnlichen Kosten ein Nachtragshaushalt fällig würde.

© SZ vom 10.07.2021 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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