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Maisach:Eingemummelt durch den Corona-Winter

Die Kinder der 2c freuen sich über die kuscheligen Decken. Lehrerin Sandra Fischer (rechts) hatte die Idee, Nicole Kölnsperger bestickt sie.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Lokale Unternehmen sponsern Decken. Nun müssen Maisacher Grundschüler beim Lüften nicht mehr frieren

Von Franziska Schmitt, Maisach

Um die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus zu verringern, muss auch in der Maisacher Grundschule gelüftet werden - alle 45 Minuten für fünf Minuten. In den Klassenzimmern wird es dabei ganz schön kalt. Nun haben die Kinder der Klasse 2c Fleecedecken bekommen. "Damit wir uns zudecken können, wenn die kalte Luft reinkommt," erklärt Hannah. In den kommenden Wochen soll die Schule komplett mit Decken ausgestattet werden, die von lokalen Unternehmen bezahlt werden. Auf jede wird der Namen des Schülers oder der Schülerin gestickt, die sie bekommt.

"Die Kinder haben sich richtig über die Decken gefreut", sagt Klassenlehrerin Sandra Fischer. Sie sei im Internet auf die Idee gestoßen, Decken an die Kinder auszugeben, erzählt Fischer. Sie haben welche besorgt und zum Beschriften in die Maisacher Stickerei "Rotblonder Faden" gebracht.

Nicole Kölnsperger, Inhaberin der Stickerei, hat schon im März begonnen, Corona-Masken zu nähen und an Arztpraxen, ambulante Pflegedienste und Supermarktkassierer abzugeben. Sie kam nun auf die Idee, Paten zu suchen, die das Besticken bezahlen - fünf Euro pro Decke. Kölnsperger bemühte sich selbst um Sponsoren. "Ich musste nur bei Zweien anrufen. Die meisten sind dann auf uns zugekommen", sagt sie. "Wir sind wahnsinnig dankbar."

Bevor die Decken kamen, hätten sich die Kinder mit kleinen Sporteinheiten am Platz aufgewärmt, erzählt Klassenlehrerin Fischer. Ein beliebtes Spiel sei das Schlossgespenst, das durch das Schlüsselloch kriecht. Dabei krabbelten die Kinder auf allen Vieren unter ihrem Tisch durch. Dass es jetzt die Decken gibt, findet Paul sehr gut, wie er erklärt auch, warum: "Wenn wir nicht die Decken hätten, würde ich einfach im Unterricht frieren und könnte mich nicht konzentrieren." Hannah fügt hinzu: "Die Decken gibt es, damit wir uns nicht erkälten." Cornelius erklärt, dass seine Mutter ihm extra eine "Lüft-Jacke" mitgegeben habe. Aber er könne ja nicht gut das unterbrechen, was er gerade mache, um seine Jacke zu holen. Er finde es deshalb gut, nun eine wärmende Decke zu haben.

Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 2c auch ganz genau, warum sie eine Maske tragen und Abstand halten müssen. Sie habe dafür Verständnis, sagt Marie. Anstrengend sei es aber trotzdem, "vor allem, wenn man Fangen spielt." Ausziehen dürfen die Buben und Mädchen die Maske momentan nur zum Essen und wenn sie das Schulgelände wieder verlassen, erklären Hannah und Anna. Klara sieht jedoch auch Vorteile des Mund-Nasen-Schutzes - sie findet ihn bei kaltem Wetter angenehm warm.

Auf Kölnsperger wartet unterdessen noch einiges an Arbeit. Fast 400 Decken soll der Rotblonde Faden für die Grundschule besticken. Auch andere Schulen aus dem Landkreis hätten bereits bei ihrer Firma angefragt, sagt Kölnsperger. Ob sie das während des Weihnachtsgeschäfts noch schaffe, könne sie nicht sagen. Damit die Schüler und Schülerinnen anderer Schulen nicht frieren müssen, schlage sie deshalb vor, Decken zunächst mit Textilstiften zu beschriften.

© SZ vom 20.11.2020

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