Landtagswahl 2023:Sabeeka Gangjee-Well stellt sich zur Wahl

Lesezeit: 1 min

Landtagswahl 2023: Sabeeka Gangjee-Well, Dritte Bürgermeisterin von Türkenfeld, möchte für den Landtag kandidieren.

Sabeeka Gangjee-Well, Dritte Bürgermeisterin von Türkenfeld, möchte für den Landtag kandidieren.

(Foto: privat/oh)

Die Dritte Bürgermeisterin von Türkenfeld will sich von den Grünen als Nachfolgerin von Martin Runge nominieren lassen.

Von Peter Bierl, Türkenfeld

Nach dem Abgang von Martin Runge haben die Grünen bei der Wahl eines Landtagskandidaten im Stimmkreis Fürstenfeldbruck-Ost eine große Auswahl. Außer dem Brucker Stadtrat Jan Halbauer und dem Kreisrat Andreas Birzele aus Hörbach hat auch Sabeeka Gangjee-Well, dritte Bürgermeisterin aus Türkenfeld, ihren Hut für die Aufstellung am Montag, 7. November, in den Ring geworfen.

Die Kommunalpolitikerin Gangjee-Well möchte sich im Landtag vor allem für eine andere Energiepolitik einsetzen, den Landesentwicklungsplan ändern, um den Flächenfraß zu stoppen, sowie gegen Rassismus angehen. Gangjee-Well wurde in Kalkutta in Indien geboren, ist dort aufgewachsen und begann ein Studium. Mit Hilfe eines Stipendiums studierte sie 1989 in Los Angeles Geisteswissenschaften und ist nach einem Aufenthalt in der Bundesrepublik in Bayern geblieben. Sie ist mit Hans Well verheiratet, früher Musiker bei der Biermösl Blosn, heute mit den Wellbappn unterwegs. Die beiden haben drei erwachsene Kinder.

Sie hat in Augsburg und München ihr Studium fortgesetzt, mit Politikwissenschaft, Philosophie und Theologie, dann aber der Kinder wegen abgebrochen, weil sich beides nicht vereinbaren ließ. "Mit meiner Kandidatur möchte ich auch Frauen ohne Titel und Abschluss ermutigen, in die Politik zu gehen", sagte sie der SZ.

2008 begann Gangjee-Well, sich in Türkenfeld kommunalpolitisch zu engagieren, zunächst im Kampf gegen ein geplantes Gewerbegebiet im Außenbereich. Daraus entstand eine Bürgerinitiative, aus der der Bürgerverein Dorfentwicklung hervorging. 2014 zog sie erstmals für die Dorfgemeinschaft Türkenfeld in den Gemeinderat ein. Fünf Jahre später gründete sie mit Gleichgesinnten einen Grünen-Ortsverband. Ein Jahr später errang die Liste der Grünen bei der Kommunalwahl auf Anhieb vier Mandate und Gangjee-Well wurde Dritte Bürgermeisterin.

Mit ihrer Erfahrung möchte sich die 54-Jährige nun "an bayernweiter Schaltstelle für positive Veränderungen" einzusetzen. Sie kann sich auch vorstellen, nach der Landtagswahl eine Koalition mit der CSU oder anderen demokratischen Parteien einzugehen: "Unser Ziel muss sein, politische Verantwortung zu übernehmen, um die eigenen Vorstellungen umzusetzen".

Zur SZ-Startseite

Fürstenfeldbruck
:Kreisvorsitzende der Grünen tritt zurück

Lisa Stockmann hört nach fünf Monaten an der Spitze des Kreisverbandes überraschend auf. Als Grund nennt sie "unüberbrückbare Differenzen" im Vorstand.

Lesen Sie mehr zum Thema