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Olching:Jäger warnen vor Hasenpest

Feldhasen in der Sonne

Heuer waren im Landkreis wieder mehr Feldhasen zu sehen. Nun haben Jäger einige Tiere gefunden, die an der Tularämie verendet sind. Die Hasenpest ist auf andere Tiere und Menschen übertragbar.

(Foto: Boris Roessler/dpa)

Die Bakterieninfektion kann auch für Menschen gefährlich sein

Im Landkreis ist im Rahmen des Feldhasenmonitorings des Landesjagdverbandes bei zwei toten Hasen die Hasenpest festgestellt worden. Bei einem weiteren Tier, das am Mittwoch in Olching gefunden worden ist, besteht der Verdacht, dass er ebenfalls der hochansteckenden Bakterieninfektion erlegen ist. Auch Menschen können sich mit der Tularämie anstecken, wie die Hasenpest wissenschaftlich heißt. Unbehandelt kann sie bei Menschen in einem Drittel der Fälle tödlich enden. Erkrankte Hasen sterben immer. Im August trat die Hasenpest im Landkreis Freising auf. Auch ein Mensch erkrankte. Dort hat es nun erneut Fälle gegeben.

Gerhard von Hößlin, der Vorsitzende des Kreisjagdverbands, warnt daher eindringlich davor, tote, erkrankte oder schwache Tiere anzufassen. Die Bakterien werden auch durch die Luft übertragen. Wer ein totes Tier finde, solle nicht zu nahe herangehen, sondern es nur melden. "Das ist eine schwere, lebensbedrohliche Erkrankung beim Menschen", sagt von Hößlin. Deshalb sei sie meldepflichtig. Sie kann nicht nur von Hasen und Kaninchen, sondern auch von Hunden oder Katzen auf den Menschen übertragen werden. Deshalb ruft der Jäger dazu auf, Hunde nicht freilaufen zu lassen, sondern sie unbedingt anzuleinen. Denn Hunde erkranken nur leicht, können die Krankheit aber übertragen.

"Vorsicht ja, aber es besteht kein Grund zur Panik", sagt Hans Werner Merk, Leiter des Veterinäramts des Landkreises. Man solle den direkten Kontakt zu toten Hasen vermeiden, rät auch er. Die Jäger seien bereitssensibilisiert, sie könnten gefundene tote Tiere auch selbst in bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Oberschleißheim zur Prüfung der Todesursache schicken.

Die Symptome der Infektion mit Francisella tularensis erinnern zunächst an eine Grippe mit sehr hohem Fieber. Oft bilden sich schmerzhafte Geschwüre, nach Einatmen der Erreger schwere Lungenentzündungen. Wenn infiziertes Fleisch gegessen wurde, sind Übelkeit und Erbrechen die Folge. In schweren Fällen kommt es zur Blutvergiftung. Wer Kontakt zu Hasen, Kaninchen oder anderen toten Tieren hatte und solche Symptome an sich feststellt, solle dem Arzt davon erzählen, raten von Hößlin und Merk. Denn mit Antibiotika ist die Krankheit recht gut zu behandeln. Das gilt auch für erkrankte Hunde.

Jäger von Hößlin ist besorgt, dass sich die Krankheit negativ auf den Bestand der Hasen auswirken wird. "Wir waren alle froh, dass wir wieder mehr Hasen gesehen haben", sagt er.