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Kunstwerk:Ross unter Rosskastanien

Etwa 500 Kilo Stahl hat der Brucker Künstler Hansjürgen Vogel für sein Pferd verarbeitet.

(Foto: Günther Reger)

Im Klosterstüberl steht nun eine stählerne Pferdeskulptur

Von Florian J. Haamann, Fürstenfeldbruck

Stolz erhebt es sein Haupt Richtung Himmel, das stählerne Ross, das seit Freitagmorgen im Biergarten des Klosterstüberls in Fürstenfeldbruck. Geschweißt hat es in den vergangenen Monaten der Brucker Bildhauer Hansjürgen Vogel. Inspiriert dazu habe ihn ein Besuch der Marino-Marini-Ausstellung in München, erzählt der 75-Jährige. Der Italiener Marini ist bekannt für seine Pferdeskulpturen. Etwa 500 Kilo wiege seine Skulptur, sagt Vogel.

Da trifft es sich, dass der Transportweg nicht allzu weit war. Denn geschweißt hat er das Pferd in der Bildhauerwerkstatt des Haus 10, deren Leiter er ist. Und die liegt direkt über die Straße. Und so konnte Vogel mit einigen Helfern die Skulptur einfach auf einen Anhänger schaffen und von dort die 50 Meter zu seinem neuen Platz mitten im Biergarten schieben.

Die Idee dazu hatte die Wirtin Birgit Peters. "Ich kenne die Bilderhauerwerkstatt schon lange und finde es sehr beeindruckend, was da passiert. Deswegen habe ich letztes Jahr schon mal angefragt, ob sie sich vorstellen können, auch mal eine Skulptur bei uns aufzustellen". Denn es sei doch schade, wenn viele Leute zwar im Biergarten sitzen, aber nicht wissen, was da auf der anderen Seite Tolles zu sehen sei. Deshalb versteht sie die Pferdeskulptur auch als möglichen Anfang einer langfristigen Zusammenarbeit. "Ich finde es gut, wenn die Künstler sich präsentieren können. Wir im Kloster sind doch eine Einheit, und meiner Meinung nach sollten wir das auch nach außen präsentieren".

Auch Vogel freut sich über die Möglichkeit, sein Werk einem Publikum zeigen zu können. Gerade in Zeiten, in denen es nur wenig Publikum für Kunst gibt. Zwei seiner Skulpturen, die er für eine mittlerweile abgesagte Ausstellung gemacht hat, stehen in Sichtweite des Pferdes vor den Türen der Werkstatt. Während der Kopf des Tieres detailliert ausgearbeitet ist, bleibt der Körper etwas abstrakter, ähnlich des Springers beim Schach. Dicke Schweißnähte geben dem Tier etwas Robustes, Mächtiges. Mit seinen angelegten Ohren, offenem Maul und geblähten Nüstern hat es eine aggressive, kampfesmutige Haltung. Eigentlich ist die Skulptur aber noch gar nicht ganz fertig - der Rostprozess hat gerade erst begonnen. In zwei Jahren etwa sollte er abgeschlossen sein.

© SZ vom 01.08.2020

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