Kritik an der Stadt:Streit über Hotel-Kauf

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Hotel

Als Verschwendung von Steuergeldern kritisiert die FDP den Ankauf des ehemaligen Olchinger Hotels am Mühlbach durch die Stadt.

(Foto: Stadt Olching)

Olchings Bürgermeister weist Vorwurf des "Immobilien-Spekulanten" beim Erwerb des Gebäudes zurück

Von Julia Bergmann, Olching

Nachdem die Stadt das ehemalige Hotel am Mühlbach gekauft hatte, hat sich FDP-Stadtrat Andreas Teichmann mit massiver Kritik an die Öffentlichkeit gewandt. Dagegen wehrt sich nun Bürgermeister Andreas Magg (SPD). In einer Presseerklärung beschwerte sich Teichmann darüber, dass Magg den Kaufvertrag in eier "Nacht-und-Nebel-Aktion" ausgehandelt hatte und diesen anschließend unter massivem Druck dem Stadtrat zur Entscheidung vorgelegt hätte. Teichmann bezeichnete den Bürgermeister als Immobilienspekulanten und wirft ihm vor, das Steuergeld der Bürger zu verschwenden.

Auf diese und weitere Vorwürfe Teichmanns nimmt Magg ebenfalls in einer Presseerklärung Bezug. Teichmanns Äußerungen bezeichnet er darin als "völlig an der Sache vorbei". Seine Darstellungen aus nicht-öffentlicher Sitzung entsprächen weitestgehend nicht den Tatsachen und seien von schlimmer polemischer Art und Weise. "Gründe für derartige Unterstellungen können entweder an der mangelnden Sitzungsvorbereitung des Kollegen, der Tatsache, dass die FDP in keinem Ausschuss mit Sitz und Stimme vertreten ist, oder schlicht einem Hang zur öffentlichen Effekthascherei liegen", sagt Magg.

Den Vorwurf, den Stadtrat überrumpelt zu haben, will er nicht auf sich sitzen lassen. So erklärt Magg, er habe bereits Mitte Dezember das zuständige Gremium über die Aufnahme der Verhandlungen informiert. Umfangreicher vorgestellt worden sei das Projekt im Hauptausschuss am 11. Januar, gefolgt von einer "intensiven, zweistündigen Debatte". Die Entscheidung, die Ankaufsverhandlungen weiterzuführen, sei anschließend einstimmig gefallen. "Da Herr Teichmann nicht diesem Gremium angehört, verpasste er diese ausführliche Auseinandersetzung zwangsweise", sagt Magg.

Im nicht-öffentlichen Teil der Stadtratssitzung am 25. Januar stand der Hotel-Kauf erneut auf der Tagesordnung. Diese Debatte habe Teichmann allerdings miterlebt, so Magg. Mit 24:2 Stimmen entschloss sich der Stadtrat für den Ankauf. "Nicht der Bürgermeister alleine", wie Magg betont. Mit dem Ankauf bieten sich laut Magg vielfältige Möglichkeiten. Auch ein Weiterverkauf an ein der städtischen Daseinsvorsorge verpflichtetes Unternehmen stehe im Raum. Anders als von Teichmann dargestellt, sei das auch richtig im Haushalt abgebildet worden. Sollte die Stadt über das Jahr 2018 hinaus im Besitz des ehemaligen Hotels bleiben wollen, werde der Ankauf über die aktuell bei etwa zehn Millionen Euro liegenden Rücklagen finanziert. Dennoch habe die Zeit gedrängt, erklärt Magg. Üblicherweise sei das Zeitfenster für derlei Immobiliengeschäfte in der Region gering. "Die parallel beauftragte Maklerin hatte einen deutlich höheren Verkaufspreis aufgerufen, als die Stadt Olching schlussendlich verhandeln konnte, daher kann man von einem sehr guten Geschäft sprechen", findet Magg.

Wie das Objekt künftig genutzt werden soll, darüber gibt es noch keine Entscheidung. Die zuständigen Gremien werden sich mit dieser Frage beschäftigen. Im Raum steht neben einem Weiteverkauf laut Magg auch die Nutzung als bezahlbare Wohnungen, für nicht störendes Gewerbe, etwa Büroflächen für Startups oder eine Alteneinrichtung. Aber auch im Fall eines Verkaufs will sich die Stadt zusichern lassen, bei der Art der Nutzung mitentscheiden zu können.

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