bedeckt München 18°

Kriminalität:Messerattacke in Olching

55-Jähriger verletzt Ehefrau und Begleiterin auf dem Parkplatz eines Supermarktes

Von Ariane Lindenbach, Olching

Eine Messerattacke auf dem Parkplatz eines Supermarktes an der Heckenstraße hat die Stadt Olching am Donnerstagnachmittag in Aufruhr versetzt. Die Polizei sperrte die Straße mit Flatterbändern ab und war mit mehreren Einsatzwagen vor Ort. In den sozialen Medien gab es einen regen Austausch über das Geschehen, der aber weitgehend sachlich verlief. Wie die Polizei am Freitag mitteilte, handelte sich offenbar um einen Familienstreit. Der 55 Jahre alte mutmaßliche Täter attackierte seine 13 Jahre jüngere Ehefrau sowie deren 20 Jahre alte Begleiterin. Der Beschuldigte ließ sich noch am Tatort widerstandslos festnehmen, nach Vorführung vor dem Haftrichter und Erlass eines Haftbefehls sitzt er nun in einer Justizvollzugsanstalt.

Der Vorfall ereignete sich am Donnerstag gegen 14.40 Uhr auf dem Supermarktparkplatz in unmittelbarer Nähe des Nöscherplatzes, also mitten im Zentrum. Die beiden Frauen saßen im Auto, als der Mann auf sie los ging. Die Ehefrau des Angreifers erlitt eine Schnittwunde im Gesicht, die 20-Jährige Verletzungen an Hals und Hand. Das Tatmotiv, spekuliert die Polizei, dürfte "im persönlichen Umfeld liegen". Die Kriminalpolizei in Fürstenfeldbruck hat die Ermittlungen übernommen. Personen, die den Vorfall beobachtet haben oder auf andere Weise zur Aufklärung beitragen können, mögen sich unter der Telefonnummer 08141/6120 melden.

Gegen 16 Uhr am Donnerstag beginnt in der Facebook-Gruppe "Du kommst aus Olching, wenn..." der erste Austausch über den Einsatz. Ein User schildert die Situation mit Straßensperre, "zig Polizisten in schwerer Montur - Sieht etwas beunruhigend aus", und fragt nach mehr Information. Auf diese Frage folgt direkt der Post eines Administrators mit einem um 17.30 Uhr am Donnerstag veröffentlichten und kurz danach aktualisierten Bericht des Fürstenfeldbrucker Tagblatts.

Der Zeitungsartikel soll zur Aufklärung und Beruhigung beitragen. Ebenso wie die Auskunft der Polizei, die ein Administrator angerufen hatte und die den Polizeieinsatz ohne weitere Angaben bestätigte. "Es besteht derzeit keine Gefahr für die Bevölkerung!", schreibt er noch und ergänzt: "Achtung!

Bitte seht den "Messerangriff" als Grund für einen Polizeieinsatz erstmal als Spekulation an, solange keine offiziellen Informationen verfügbar sind!"

Man merkt, die Admins sind um Sachlichkeit bemüht. Doch das sind die User fast alle ebenfalls. Es wird gemahnt, auf belastbare Informationen zu warten. Einer postet die Telefonnummer der Polizei. Ein anderer mahnt: "Endlose Spekulationen führen zu nichts."

© SZ vom 06.03.2021
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema