Kottgeisering:Spielen, toben, laut sein dürfen

Kottgeisering: Das Vier-Gewinnt-Spiel ist fast größer als manche der Besucher - und bei den Buben und Mädchen sehr beliebt.

Das Vier-Gewinnt-Spiel ist fast größer als manche der Besucher - und bei den Buben und Mädchen sehr beliebt.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Das Spielmobil des Kreisjugendrings macht Kindern in den westlichen Gemeinden ein kreatives und kostenloses Angebot

Von Manon Harenberg, Kottgeisering

"Ha he ho" - schon aus der Ferne sind die abwechselnden Rufe der Kinder zu hören. In einem Kreis auf einer Wiese stehen sie, bewegen ihr Arme seitlich und über ihrem Kopf. Ein Reaktionsspiel, die Kinder stellen einen Samuraikrieger dar, ihre Arme seien dabei ihre Schwerter, erklärt Veronika Aneder, Leiterin des Spielmobils des Kreisjugendrings Fürstenfeldbruck (KJR).

Mit dem Beginn der Sommerferien am Montag das Spielmobil bis zum Ferienende in den westlichen Gemeinden unterwegs. Pro Tag macht es in zwei Gemeinden Halt. Buben und Mädchen zwischen sechs und 13 Jahren können ohne vorherige Anmeldung vorbeikommen. Diese Woche besucht das Mobil Kottgeisering, Jesenwang und Mittelstetten. Nächste Woche sind Moorenweis und Günzlhofen an der Reihe.

An der Schulstraße in Kottgeisering ist ein buntes Zelt aufgebaut, das Schutz vor Sonne und Regen bietet. Um das Zelt herum ist ein wildes Treiben - 22 Kinder sind zum Start der Spielmobil-Tour gekommen. "Viele sind Wiederholungstäter", sagt Veronika. Die meisten von ihnen kenne sie bereits aus den vergangenen Jahren. Aus ihrer Erfahrung sei Kottgeisering immer besonders gut besucht.

Damit in diesem Jahr die Abstandsregeln eingehalten werden können, haben die Organisatoren das Programm angepasst: Für jedes Kind liegt auf der Wiese eine eigene rote Matte in eineinhalb Meter Abstand zur nächsten bereit, dort können sie basteln und gestalten oder sich kurz ausruhen. Auf Kontaktspiele wird Corona-bedingt verzichtet. Stattdessen wird mit viel Abstand und wenig Material gearbeitet. Von Gruppenspielen bis hin zu Kreativangeboten können die Kinder selbst entscheiden, worauf sie Lust haben. Je nach Gruppengröße und Altersstruktur passen sich die Organisatoren an die Wünsche der Kinder an. Windspiele aus Holz werden gebaut oder es wird mit Seife gebastelt. "Es gibt sehr verbastelte Gemeinden und auch welche, wo die Kinder nur spielen möchten", sagt Aneder.

Dass sich die Kinder trotz aller Vorsicht ab und an näher kommen, ist bei manchen Aktivitäten schwer zu vermeiden. Bei manchen Aktivitäten ziehen sie deshalb ihre Masken an, Widerworte gibt es von ihnen nicht. Besonders schön sei es, dass die Kinder ohne ihre Eltern vor Ort seien. "Hier können sie toben und laut sein", sagt Veronika. Genau darum gehe es, denn nach der langen Pause tue das den Kindern ganz besonders gut. Das kann man sehen. An einem großen Vier-Gewinnt-Spiel versucht sich der elfjährige Dominik. Das Spiel reicht ihm beinahe bis zur Schulter. Seit vier Jahren kommt er alljährlich in den Sommerferien zum Mobil. Was ihm am meisten an dem Spielmobil gefalle? "Alles", sagt er.

Neben Veronika betreuen die drei Ehrenamtlichen Tina, Jakob und Xaver die Kinder. Tina hat gerade die letzten Prüfungen ihrer Erzieherausbildung abgeschlossen, im KJR arbeitet sie seit 2016 ehrenamtlich und ist mittlerweile Vorstandsmitglied. "Das KJR ist wie eine große Familie für mich", sagt sie. Jakob ist dualer Student, für die Arbeit beim Spielmobil hat er sich freigenommen. Xaver hat dieses Jahr sein Abitur gemacht. Von einem Alter von 16 Jahren an kann jeder, der möchte, beim Spielmobil ehrenamtlich mithelfen. Für das neue Jahr werden noch dringend neue Betreuer gesucht, sagt Veronika. "Ohne unsere ehrenamtlichen Betreuerinnen und Betreuer wäre das hier gar nicht möglich."

Eine Übersicht über die Veranstaltungsorte gibt es auf der Internetseite des KJR unter www.kjr.de.

© SZ vom 06.08.2021
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