Süddeutsche Zeitung

Kottgeisering:Mit Argusaugen

Nach langem Warten wird der Kottgeiseringer Vogelturm feierlich eröffnet

Von Manfred Amann, Kottgeisering

Der so genannte Vogelturm in Kottgeisering lässt sich nach fünf Jahren Planung und einem halben Jahr Bauzeit ohne Bedenken in die Liste der Langzeitprojekte aufnehmen. Umso größer ist die Freude in der Gemeinde und bei den Verantwortlichen der Leader-Gruppe, dass der Natur-Beobachtungsturm gestern seiner Bestimmung übergeben werden konnte. Fast filigran reckt die ansonsten mächtige hölzerne Vogelkopfnachbildung, in dem sich etwa in fünf Meter Höhe eine geräumige Aussichtsplattform befindet, seinen spitzen Schnabel Richtung Ampermoos, wo eine Vielzahl seltener, teils bedrohter Vogelarten lebt oder auf der Durchreise eine Pause einlegt. Deren Treiben kann man nun sicht- und wettergeschützt von etwas erhöhter Stelle aus miterleben kann.

Geplant wurde der Turm von der örtlichen Leader-Aktionsgruppe (LAG). Bürgermeisterin Sandra Meissner freute sich über das rege Interesse an dem "Vorzeigeprojekt", das für ihre Gemeinde schon jetzt ein Aushängeschild ist und für die gesamte Region im Sinne von Mensch und Natur Bedeutung haben wird. "Der Turm ist ein Symbol dafür, dass die Natur ganz nah am Menschen ist", sagte die Gemeindechefin. Er werde dazu beitragen, dass das Ampermoos als wichtiger Teil der Kulturlandschaft wahrgenommen wird und das Bewusstsein schärfen, dass die Natur zum Menschen und der Mensch zur Natur gehört. Im Rahmen des Festaktes mit der Blaskapelle Grafrath-Kottgeisering, zu dem die Bürgermeister der umliegenden Gemeinden, Vertreter aus dem Landratsamt, von Ämtern, Behörden und Naturschutzverbänden ebenso gekommen waren, wie ein Vielzahl interessierter Bürger, würdigte Meissner das große Engagement der örtlichen Leader-Gruppe, die von Max-Josef Kronenbitter geleitet wird.

Er bedankte sich auch bei den vielen Sponsoren, die immerhin etwa 20 000 Euro und damit einen Großteil der Kosten von rund 46 000 Euro gespendet haben. Als wichtige Einzelspender nannte sie den Ramsar-Gebietsbetreuer der Regierung von Oberbayern für das Ampermoos, Christian Niederbichler, und die Sparkassenstiftung Fürstenfeldbruck, die von Wolfgang Schachtner vertreten wurde. Irmgard Neu-Schmid, Leader-Managerin vom Amt für Landwirtschaft und Forsten in Ingolstadt, lobte das Gemeinschaftsprojekt als "gelungen und innovativ mit hohem Nachhaltigskeitswert".

Markus Blacek, der Leiter des Projektes "Ammerseepfad" freute sich, dass er den Vogelturm als Station einbauen und Informationstafeln zum Ampermoos aufstellen konnte. Den Richtspruch hielt Architekt Ulrich Hackl, der die eigenwillige Vogelkopfform in Anlehnung an den Vogel im Kottgeiseringer Wappen entworfen hatte. Nachdem Meissner den Turmaufgang freigegeben und Pfarrer Christian Dittmar und Pater Benedykt Piecha den Segen gesprochen hatten, wurde das Ereignis vor Ort gefeiert.

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Quelle:
SZ vom 13.06.2015
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