Süddeutsche Zeitung

Kottgeisering:Kopflose Kinderfiguren

Polizei fasst Täter, die Warnschilder in Kottgeisering zerstörten

Die sogenannten Kischis prägen bereits seit mehr als vier Jahren das Ortsbild von Kottgeisering. Die etwa 30 bunt bemalten Kinderschilder aus Holz wurden damals in einer Aktion der Gemeinde liebevoll von Kindern gefertigt und bemalt und dienen der Verkehrssicherheit im Ort. Die "Holzkinder", die regelmäßig restauriert werden und größtenteils an privaten Gartenzäunen angebracht sind, wurden in der Vergangenheit schon mehrmals beschädigt. Insbesondere wurden einigen Figuren der Kopf runtergeschlagen, was zu zahlreichen Tränen der kleinen Künstler führte. Die skrupellosen Täter blieben bislang unentdeckt.

Doch jetzt hat die Fürstenfeldbrucker Polizei zwei Tatverdächtige ermitteln können. Donnerstagnacht gegen 21.30 Uhr hörte ein Anwohner in der Jesenwanger Straße ein lautes krachendes Geräusch. Als er nachschaute, konnte er einen jungen Mann beobachten, der ein bereits kopfloses "Kischi" vom Zaun abriss und die Holzfigur in einen schwarzen Audi Q 3 verstaute. Anschließend fuhr der Audi mit überhöhter Geschwindigkeit davon. Der Anwohner merkte sich das Münchner Kennzeichen und meldete es der Polizei. Noch in der Nacht konnte der Audi, der einer Mietfirma gehörte, einem 22-jährigen Mann aus München zugeordnet werden. Dieser leugnete laut Brucker Polizei in einer ersten Befragung jegliche Beteiligung an dem Vorfall, knickte aber dann aufgrund der erdrückenden Beweislast schließlich ein und benannte noch seinen 18-jährigen Bekannten als Komplizen. Der Anwohner konnte zusätzlich noch bezeugen, dass einen Tag zuvor der Kopf des "Kischis" abgeschlagen und entwendet worden war. Auch da fiel ihm schon der Audi am Tatort auf. Die Ermittlungen wurde von der Polizei in Fürstenfeldbruck aufgenommen. Die beiden jungen Männer müssen mit einer Anzeige wegen Sachbeschädigung und Diebstahl rechnen.

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Quelle:
SZ vom 12.04.2021 / mann
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