Süddeutsche Zeitung

Kottgeisering:Erneuerung im Dorf

Andreas Folger hat sich in seinem Ehrenamt zurechtgefunden

Von Manfred Amann, Kottgeisering

Eine der ersten Amtshandlungen war für Andreas Folger (Bürgervereinigung) eines der schönen Erlebnisse im ersten Jahr. "Paare trauen zu dürfen, das ist schon etwas ganz Besonderes", sagt Kottgeiserings Bürgermeister. Nach 18 Jahren im Gemeinderat, davon zwölf Jahren als Zweiter Bürgermeister, konnte er im Mai vergangenen Jahres selbst auf dem Rathaussessel Platz nehmen. Um das Ehrenamt, "das mir sehr viel Freude bereitet", gewissenhaft ausführen zu können, hat der Referatsleiter im Bayerischen Obersten Rechnungshof seine berufliche Arbeitszeit reduziert.

Da ihn Amtsvorgängerin Sandra Meißner vor dem Wechsel stets gut in die Vorgänge eingebunden habe, habe er zumindest schon Sachkenntnis mitgebracht. Weiter führt der 63-Jährige an: "Eigenverantwortlich und mit Rücksichtnahme auf die Bürger und die Gemeinderäte zu handeln, ist dann aber doch etwas anderes, als wenn man als Gemeinderat mitentscheidet." Um die Bürger am Geschehen zu beteiligen, werden Sitzungsprotokolle ins Internet gestellt. Im Zuge der Dorferneuerung die Renaturierung des Mutterbaches und den Ausbau des Kirchweges umzusetzen, erlebte Folger als "erste große Herausforderung". Zeitraubend sei auch die Weiterführung der Sanierung der Wasserleitung gewesen, "die uns noch lange beschäftigen wird". Häufige Baustellenbesuche habe die Verlegung der Glasfaserkabel erforderlich gemacht.

Dank der guten Zusammenarbeit im Gemeinderat und die vorzügliche Unterstützung durch die Mitarbeiter der Verwaltungsgemeinschaft Grafrath (VG) sei alles konfliktlos verlaufen. "Aber es gibt auch viele, oft zeitraubende bürokratische Verwaltungsaufgaben zu erledigen", verrät der erfahrene Kommunalpolitiker. Oft müsse man vor allem rechtliche Grundlagen beachten, was ohne die Fachkenntnis der Mitarbeiter in der VG kaum möglich wäre. "Sehr erfreulich" nennt Andres Folger, dass im Gemeinderat alle an einem Strang ziehen und es keine Streitigkeiten mehr gibt.

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Quelle:
SZ vom 29.04.2021
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