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Konzert und Tanz:Ein Abend für den Tango

ImprovisTango Puc

Südamerikanischer Rhythmus: Der Tango Argentino lockt die Tanzpaare im Puc aufs Parkett.

(Foto: Privat)

Im Puc spielt das Sexteto Visceral aus Buenos Aires

Tango hören, dann Tango tanzen. Das ist das Motto am Samstagabend im großen Saal des Puchheimer Kulturzentrums (Puc). Zunächst wird das "Sexteto Visceral" aus Buenos Aires ein zweistündiges Konzert geben. Dann werden die Bistrotische an die Seite geschoben und eine große Tanzfläche entsteht. 200 Quadratmeter Parkettboden laden zum Tangotanzen ein. Alfredo Foulkes übernimmt als DJ und legt argentinische Tangomusik auf. Es folgt die "Milonga", der Tango-Tanzabend. Viele Tanzpaare werden erfahrungsgemäß erst nach zehn Uhr für 15 Euro Eintritt gezielt zum innigen Tangotanzen kommen.

Foulkes ist ein Tango-Fachmann, er leitet seit vielen Jahren in Gröbenzell die Tangoschule "El Farolito", was so viel wie Straßenlaterne bedeutet. Tango Argentino wie unter einem schummrigen Licht einer Straßenlaterne, das ist es, was die Besucher erwarten dürfen. Rote Sofas und Sessel, dazu eine Getränkebar, diesmal direkt im Saal, runden das Tango-Ambiente ab. Tango Argentino in Puchheim wie in Buenos Aires, wo ab Mitternacht bis zum Morgen durchgetanzt wird? Mal abwarten. Das Ende im Puc ist erst einmal für 1.30 Uhr avisiert.

Macher der Veranstaltung ist neben Foulkes Frank Wunderer. Er lockt das Tangosextett "Visceral" aus Argentinien, das im Jahr 2015 erstmals auf Europa-Tournee ging, regelmäßig auch nach Puchheim. Visceral bedeutet auf Deutsch "ungestüm". So ist auch die Musik. Das Sextett spielt den Tango einen Tick frecher als die meisten Orchester. Die Musiker loten die Extreme aus. Wunderer ist sicher: "Das Tempo ist schärfer und die Musik bekommt dadurch eine enorme Frische." Der vorletzte Ton werde häufig so laut gespielt, dass der letzte gar nicht mehr zu hören ist und quasi wegfliege. Dadurch bekomme die Musik größere Spannung, sagt Wunderer. Der kontrastreiche Wechsel von acht Takten laut und dann wieder leise trage die Musik. Das geradezu klagend klingende Bandoneon, ein kleines Akkordeon ohne Knöpfe, das fast jedes Stück einleitet, ist das typische Tango-Instrument der Band.

Frank Wunderer, mit dem Puchheimer Streichorchester "Bluestrings" Tassilo-Preisträger der Süddeutschen Zeitung 2016, wird als Dirigent auch selbst Hand anlegen. Sein zusammengestelltes Tango-Orchester "Improvistango" wird sich mit dem "Sexteto Visceral" auf der Bühne abwechseln. Wunderer hat ein für den Tango eher untypisches Orchester mit vier Geigen und zwei Celli arrangiert. Wunderer verspricht sich davon eine größere musikalische Wucht des Ensembles.

Doch vor allem möchten die Tangopaare tanzen. Sie wollen das ausprobieren, was sie in der Foulkes-Tanzschule an Schritten des Tango Argentino gelernt haben.

Sexteto Visceral, Samstag, 20 Uhr, Puc, Puchheim, Eintritt: 23 und 15 Euro.