Konzept:Interesse an Integration

Landkreis sucht Ehrenamtliche für Mitarbeit an Konzept

Von Erich C. Setzwein, Fürstenfeldbruck

Wie sollen Einheimische und Zugewanderte im Landkreis zusammenleben, wie kann Integration gelingen? Diese Grundsatzfragen sollen eine Gruppe von Menschen leiten, die an einem integrationspolitischen Konzept für den Landkreis arbeiten sollen. Die Entscheidung dazu hat der Kreistag im Dezember vergangenen Jahres mit seinem Beschluss gefasst, ein Integrationskonzept ausarbeiten zu lassen, und noch vor dem ersten Jahrestag dieses Beschlusses sollen sich bis zu 20 Teilnehmer für einen sogenannten Entscheidungskreis finden. Und für Interessierte werden Workshops angeboten.

Die Arbeit am Integrationskonzept muss man sich vorstellen wie die Entwicklung des seniorenpolitischen Gesamtkonzepts oder des Leitbildes für den Landkreis. Letztlich soll ein Leitfaden gesponnen werden aus den vielen Ideen einer breit aufgestellten Arbeitsgruppe. Wichtig dabei ist Hans Sautmann (Grüne), Referent für Migration und Integration des Kreistages, dass die Entscheidungen über die Inhalte des Konzepts nicht allein von Einheimischen oder Kommunalpolitikern getroffen werden, sondern dass auch Menschen mit einem Migrationshintergrund daran beteiligt sind.

Der Rahmen für dieses Konzept ist inzwischen gezogen worden und umfasst sechs Handlungsfelder: Bildung und Sprache; Ausbildung, Arbeit und Wirtschaft; Kunst, Kultur und Religion; interkulturelle Öffnung und antirassistische Orientierung; Leben in der Gesellschaft, Lebensumfeld: Wohnen und Gesundheit. Dazu soll es sowohl einzelne Arbeitsgruppen als auch Workshops mit öffentlicher Beteiligung geben.

Sautmann muss das Projekt nicht alleine stemmen. Ihm zur Seite stehen Andrea Gummert von der Caritas, Michael Gumtau von der Arbeiterwohlfahrt und der Integrationslotse des Kreises, Mirko Sfeir. Öffentlicher Starttermin ist am 9. September mit einer Auftaktveranstaltung, bei der das Projekt vorgestellt wird. Bis Mitte August nehmen Sautmann (hans-sautmann@gmail.com) und Sfeir (mirko.sfeir@lra-ffb.de) Anmeldungen von ehrenamtlich Mitwirkenden für den Entscheidungskreis und die Workshops entgegen.

Sautmann machte bei einem Pressegespräch darauf aufmerksam, dass die Teilnahme am Entscheidungskreis, der die zentralen Entscheidungen für das Projekt treffen und die endgültigen Inhalte und Maßnahmen beschließen soll, zeitaufwendiger sein werde als die Beteiligung an Bürgerworkshops. Wer mitentscheiden wolle, müsse für einen Zeitraum von anderthalb bis zwei Jahren alle zwei bis drei Monate mindestens drei Stunden Zeit opfern.

Nach dem Start im kommenden Herbst, den Workshops und Entscheidungskreissitzungen erwartet Sautmann, dass das Gesamtkonzept dem Kreistag im Frühjahr 2023 vorgelegt werden könnte.

© SZ vom 31.07.2021
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