Das neue Kinderhaus für sechs Gruppen in Alling steht nun unter dem Segen Gottes und soll als „Arche im Sturm des Lebens“ Kindern ermöglichen, sich mit Freude am Leben zu starken Persönlichkeiten zu entwickeln. In diesem Sinn weihten der katholische Priester Josef Nanduri und sein evangelischer Kollege Severin Brodersen die Betreuungsstätte ein, in der bereits seit Mitte Januar vier Kindergartengruppen mit insgesamt hundert Kindern offensichtlich ihre Freude haben. Passend dazu hatten das Kindergartenteam unter Leitung von Monika Resselsberger und der Elternbeirat eine papierene Arche an die Wand drapiert, mit Kindern Lieder einstudiert und so einen beeindruckend schönen Rahmen für die Feier geschaffen.

Mit Speis und Trank gestärkt konnten danach die Räumlichkeiten besichtigt werden. „Großzügig sind sie und viel Tageslicht kommt rein“, befand eine Mutter, andere sprachen von einer „glanzvollen Umgebung“, in der sich die Kinder sicher wohlfühlen würden, und von einer „wunderbaren Umgebung“ für die Kinderbetreuung. Gesprächen auf dem Balkon war zu entnehmen, dass manchem das Gebäude zu pompös, zu groß und auch zu teuer ist, nachdem Bürgermeister Stefan Joachimsthaler (CSU) die Kosten auf circa zehn Millionen Euro beziffert hatte. „3,3 Millionen bekommen wir als staatliche Förderung“, sagte der Gemeindechef, und dass man bedenken sollte, dass sich die Kinder hier länger aufhalten als anderswo. Die Kleinen sollten in schöner Umgebung wachsen, lernen und spielen können und auch das Personal solle sich wohlfühlen.

„Freude und Stolz empfinde ich heute, dieses nicht ganz einfach zu stemmende Projekt endlich weitgehend abschließen zu können“, erklärte Joachimsthaler. Dank gebühre allen Beteiligten von der Planung bis zur Fertigstellung, insbesondere aber der Gemeindeverwaltung, die jahrelang den manchmal stockenden Baufortschritt begleitet habe. Danke, vor allem der Gemeinde für die gute Zusammenarbeit, sagte auch Kindergartenleiterin Monika Resselsberger. Der Einladung zur Einweihung waren neben Vertretern der Firmen auch die Landtagsabgeordneten Benjamin Miskowitsch (CSU) und Andreas Birzele (Grüne), Nachbarbürgermeister, Ratsmitglieder und Gönner gefolgt. Der Vorstandschef der Sparkasse Fürstenfeldbruck, Frank Opitz, hatte einen Scheck über 200 Euro dabei und Weißwurstkönigin Sophie Braumiller aus dem Ortsteil Biburg einen Korb voller Spielsachen.
Die Planung für das Kinderhaus hatte 2018 begonnen, als der Gemeinderat infolge einer Bedarfserhebung feststellte, dass ein Neubau unausweichlich sei. Nach kontroversen Beratungen, auch über Alternativen, war schließlich beschlossen worden, entlang der Antonistraße auf dem Schul- und Bolzplatz ein Gebäude für sechs Gruppen zu errichten, um auch in Zukunft den Bedarf decken zu können. Allerdings war daraufhin massiver Protest aufgekommen, weil viele Allinger nicht wollten, dass gut die Hälfte der ortsbildprägenden Grünfläche dafür geopfert wird. In einem Bürgerentscheid „Rettet den Allinger Sportplatz“ und einem von der Gemeinde dagegen gesetzten Ratsbegehren „Sichert die Kinderbetreuung in der Gemeinde Alling“ hatten dann etwas mehr Bürgerinnen und Bürger für die Planung votiert als dagegen.

Wie der Bürgermeister erinnerte, sorgten danach die Corona-Pandemie und die Folgen des Ukraine-Kriegs für Verzögerungen und einen erheblichen Kostenanstieg. Daraufhin seien Sparmaßnahmen beschlossen worden, letztlich sei das Haus aber trotzdem um 20 bis 30 Prozent teurer geworden als ursprünglich gedacht. Großen Ärger hätten manche Firmen gemacht, weil sie sich nicht an Vereinbarungen gehalten hätten. Froh sei die Gemeinde auch darüber, dass nun die Zeit der Container-Unterbringung bald zu Ende ist. Denn der alte Kindergarten ist infolge des Umzugs in den Neubau nun frei und kann wie geplant in einen Krippenbau und für die Mittagsbetreuung umgebaut werden. „Wir können dann 175 Plätze anbieten und erfüllen so vorzeitig die Forderung, die im Zusammenhang mit der Einführung der offenen Ganztagsschule ab 2026 zur Pflicht wird“, so der Gemeindechef.

