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Kommunalwahlen 2020:Erster Herausforderer

Christoph Maier

Christoph Maier will Landrat von Fürstenfeldbruck werden. Der SPD-Politiker und Rechtsanwalt wurde am Freitag von seiner Partei vorgestellt.

(Foto: Günther Reger)

Der 49-jährige Rechtsanwalt Christoph Maier will für die SPD das Landratsamt erobern. Er möchte mit den Themen Wohnen für alle, Klimaschutz, Bildung und sozialer Zusammenhalt punkten

Landrat Thomas Karmasin (CSU) hat einen ersten Herausforderer: Christoph Maier, 49-jähriger promovierter Rechtsanwalt mit Wohnsitz in Türkenfeld, wird bei den Kommunalwahlen in einem Jahr für die SPD antreten. Am Freitag wurde er bei einem Pressegespräch in Fürstenfeldbruck vorgestellt. Er will mit den Themen Wohnen für alle, Klimaschutz jetzt, Bildung pur und sozialer Zusammenhalt punkten.

Maier war im vergangenen Jahr Teil jenes Männerquartetts, das sich bei der SPD um die Landtagskandidatur bewarb. Er unterlag damals Peter Falk, der 2008 ebenfalls Landrat werden wollte. Zehn Jahre lang, bis 2010, gehörte Maier, der Vater eines 16-jährigen Sohnes und einer anderthalbjährigen Tochter ist, dem damaligen Gemeinderat von Puchheim an. Sechs Jahre lang führte er den Puchheimer SPD-Ortsverein. 2002 war er am Landratswahlkampf von Rosemarie Grützner beteiligt, die zwischen 1990 und 1996 Brucker Landrätin war. Weil sie Maier damals kennengelernt hatte und von ihm als Kandidaten überzeugt ist, will ihn die ehemalige Landtagsabgeordnete Kathrin Sonnenholzner nun aktiv im Wahlkampf unterstützen, wie sie bei der Vorstellung im Restaurant Myra verkündete. Sonnenholzner war 2014 als SPD-Kandidatin gegen Karmasin angetreten.

Ein bisschen wird dann geflachst, weil der Kandidat Anhänger des FC Bayern ist und Sonnenholzner und Unterbezirksvorsitzender Michael Schrodi eingefleischte Löwen-Fans sind. Maier war schon beizeiten fußballaffin, war in jungen Jahren Torjäger beim SV Puchheim und trainiert derzeit die B-Jugend-Fußballer beim lokalen Konkurrenten FC Puchheim. Der Bekanntmachung seiner Kandidatur würden nun Trainingslager, Vorbereitungsspiele und das mannschaftstypische Sich-gegenseitig-Stärken folgen, sagt er in Fußballsprache: "Und wenn wir dann aufs Feld gehen, wollen wir auch gewinnen." Maier präsentiert sich als Optimist, auch wenn die SPD-Ergebnisse zuletzt krachend schlecht waren. Er persönlich gehe "voll motiviert" an die Sache ran: "Das möchte ich auch in die Partei tragen."

Für die Partei geht es zunächst darum, Christoph Maier als Kandidaten bekannt zu machen, am 4. Juli sollen ihn die Delegierten nominieren. Beruflich ist er als Bauanwalt im Geschäft, kennt die Immobilienbranche. "Dort sitzen die gierigsten Kapitalisten", sagt er. Wohnen aber sei "ein Menschenrecht und keine Handelsware". Wohnen müsse endlich öffentlich organisiert werden, damit es auch für die Mitte der Gesellschaft - Krankenschwestern, Polizisten, Erzieher, Lehrer, Pflegekräfte, Feuerwehrleute - bezahlbar bleibe. Die Welle des ungebremsten Anstiegs der Mieten habe längst auch den Landkreis Fürstenfeldbruck erreicht.

Ähnlich wichtig ist ihm der Klimaschutz. Die Sozialdemokratie habe viel zu lange zugelassen, dass dieses Zukunftsthema von anderen besetzt werde. Die "Fridays for Future" der demonstrierenden Schüler unterstützt er, denn "unsere Generation verspielt gerade deren Zukunft". Der Weg, den es zu beschreiten gelte, führe deshalb "weg vom Kessel im eigenen Haus", hin zu Fernwärme und Quartiersversorgungen beim Heizen. Auch in den öffentlichen Gebäuden gebe es riesiges Energiesparpotenzial. Batteriezellen und Elektromotoren müssten zu einer neuen, vernetzten Mobilität führen. Im Bereich der Bildung gelte es, den Sanierungsstau an den Schulgebäuden abzubauen und Mittel aus dem Digitalpakt nach Fürstenfeldbruck zu holen. Dass sich die SPD "gerade wieder mehr auf ihren Markenkern besinnt", nennt Maier "goldrichtig". Er wolle sich für jene einsetzen, die die Unterstützung des Sozialstaats brauchen.

© SZ vom 09.03.2019
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