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Kommunalwahl Olching:Klarer Sieg für Magg

Der Olchinger SPD-Bürgermeister gewinnt mit 58,4 Prozent. Ruth Busl (Freie Wähler) und Siegfried Feller (CSU) bleiben hinter ihren Erwartungen zurück, Andreas Teichmann (FDP) erringt einen Achtungserfolg

Zu einem überzeugenden Vertrauensbeweis für Bürgermeister Andreas Magg (SPD) ist die Kommunalwahl geworden. Der Amtsinhaber bekam 58,4 Prozent der Stimmen und hängte seine Gegenkandidaten deutlich ab. Ruth Busl von den Freien Wählern kam auf 19,1 Prozent, Siegfried Feller (CSU) auf 18,5 und Andreas Teichmann (FDP) auf knappe vier. An der Bürgermeisterwahl beteiligten sich 10677 wahlberechtigte Olchinger (51 Prozent).

Die Stadträte und Anhänger der Sozialdemokraten hatten auf einen Sieg ihres Bürgermeisterkandidaten gesetzt. Stadtrat Georg Steer, der nach 42 Jahren im Kommunalparlament nicht mehr kandidierte, tippte kurz nach 18 Uhr auf 54 Prozent für Magg. Mit ähnlichen Zahlen rechneten wohl auch andere Sozialdemokraten. Jedenfalls war das rote Lager von der ersten und den folgenden Ergebnismeldung ebenso überrascht wie die Kommunalpolitiker von CSU, Freien Wählern und FDP. 56 Prozent legte Magg vor, eine Zahl, hinter die er den gesamten Abend nicht mehr zurückfiel. Am Ende zeigte der rote Balken auf der Leinwand hinter dem Bürgermeisterstuhl 58,44 Prozent (6177 Stimmen) an. Die SPD-Politiker jubelten laut und Magg winkte mit einem roten Blumenstrauß in den Sitzungssaal.

Der Wahlsieger sagte, er sei von der "Deutlichkeit" der Zustimmung "überrascht". Das Ergebnis mache ihn "glücklich" und "motiviere" ihn für die kommenden sechs Jahre. Als Grund für die große Zustimmung nannte Magg die "gute Arbeit" und eine "tolle Kampagne", bei der viele Leute mitgemacht hätten. SPD-Fraktionssprecher Fritz Botzenhardt sah noch ein weiteres Pfund, mit dem Magg im Wahlkampf habe wuchern können, denn die drei Gegenkandidaten seien politisch kaum bekannt gewesen.

Ähnlicher Ansicht war Andreas Teichmann, der Bürgermeisterkandidat der FDP. Von sich, Busl und Feller sprach er als "drei Newcomern", die gegen die Bekanntheit und den Amtsbonus von Magg keine Chance gehabt hätten. Die von ihm erzielten 3,99 Prozent (422 Stimmen) nannte Teichmann ein "Lebenszeichen" für die FDP. Nach den schlechten Wahlergebnissen im Herbst sei dies ein erster Schritt zum Wiederaufbau der Partei.

Während Teichmann seinem Resultat Positives abgewinnen konnte, war der Wahlausgang für CSU und Freie Wähler bitter. Beide Lager hatten mit einer Stichwahl gerechnet, in die ihr Kandidat einziehen sollte. Ruth Busl, die knapp auf Platz zwei gekommen war (2017 Stimmen, 19,08 Prozent), ließ sich die Niederlage kaum anmerken. Als sie kurz nach 19.30 Uhr den Sitzungssaal betrat, wurde gerade das Endergebnis angezeigt. Busl strahlte, wie sie es den ganzen Wahlkampf über getan hatte. Allerdings habe sie schon gehofft, zehn Prozent mehr zu bekommen und Magg in einer Stichwahl herausfordern zu können, sagte sie. Ewald Zachmann, Fraktionssprecher der Freien Wähler Olching (FWO), bestätigte der Kandidatin einen "fantastischen Wahlkampf" und sagte, Busls Ergebnis lasse hoffen, dass die FWO ihre Zahl an Sitzen im Stadtrat halten könnten.

CSU-Spitzenkandidat Siegfried Feller äußerte sich viel zurückhaltender über das Ergebnis - er erreichte 1953 Stimmen und damit 18,48 Prozent - als die FWO-Konkurrenz. Der Sieg von Magg falle "sehr deutlich" aus. Das habe er nicht erwartet, sagte Feller, der schon einmal Bürgermeister gewesen ist - von 1990 bis 1994 im thüringischen Sonneberg. Maggs Vorteile sind für Feller der Amtsbonus sowie die Tatsache gewesen, dass der Bürgermeister aus Olching stammt. Am Wahlkampf der CSU konnte Feller keinen Fehler entdecken, die Themen seien "gut angekommen", sagte er. Ähnlich kommentierte CSU-Ortsvorsitzende Martina Drechsler die Wahl. Die CSU habe einen "engagierten Wahlkampf" hingelegt, sagte Drechsler. "Schade", dass es nicht zur Stichwahl gereicht habe.

Das gute Ergebnis von Magg hat sich offenbar auch auf die SPD-Liste ausgewirkt. Nach dem Auszählstand von 22.45 Uhr kann die SPD mit neun Stadträten rechnen. Das sind zwei mehr als bisher. Die CSU erhält zehn Sitze, die FWO sechs, die Grünen vier, die ÖDP einen.