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Kommunalwahl in Türkenfeld:Grüne denken über eigene Liste nach

In Türkenfeld soll ein eigener Ortsverband gegründet werden

In der Gemeinde Türkenfeld gibt es offensichtlich genügend Mitglieder und Sympathisanten von Bündnis 90/Die Grünen, um bei den Kommunalwahlen im März 2020 mit einer eigenen Liste für den Gemeinderat anzutreten. Zu einer ersten öffentlichen Diskussion am Freitagabend, laut Sprecherin Sabeeka Gangjie-Well "trotz schönstem Biergartenwetter", fanden sich etwa 40 Interessierte aus Türkenfeld und Zankenhausen im Linsemannhaus in der Ortsmitte ein, um mit dem grünen Landtagsabgeordneten Martin Runge Möglichkeiten einer Listenaufstellung sowie der Gründung eines Grünen Ortsverbandes auszuloten. Da sich einige Anwesende spontan bereit erklärten, aktiv mitzuwirken, wurde beschlossen, bis zum Herbst eine Gründungsversammlung für einen Grünen-Ortsverband in Türkenfeld vorzubereiten.

Im Aufwind der jüngsten Wahlen versuchen die Grünen im Landkreis auch in den Gemeinden Fuß zu fassen, in denen es noch keinen eigenen Ortsverband gibt. Während sich Bezirksrat Jan Halbauer derzeit in Emmering darum kümmert, versucht Martin Runge, in Türkenfeld Anhänger zu finden und zur Mitarbeit zu motivieren. Ziel ist es, landkreisweit Gemeinderats- und eventuell Bürgermeistermandate zu haben, um grüne Vorstellungen flächendeckend in die Gemeindepolitik einbringen zu können. "Zeit für Grüne Gemeinderäte in Türkenfeld" hatte Sprecherin Sabeeka Gangjie-Well die Einladung überschrieben. Das Ziel ist durch die Veranstaltung nun etwas näher gerückt. Nach einer Einführung von Martin Runge über seine Erfahrungen aus 36 Jahren Kommunalpolitik entspann sich laut Gangjie-Well eine lebhafte Diskussion, ob eine Grünenliste beziehungsweise die Gründung eines Türkenfelder Ortsverbandes überhaupt sinnvoll sei, denn die Dorfgemeinschaft Türkenfeld (DG) setze sich unter anderem ohnehin stark für Umwelt- und Naturschutz ein. Sabeeka Gangjee-Well, die bisher für die DG im Gemeinderat mitwirkt, plädierte dabei für eine Grünen-Liste, denn "eine weitere Fraktion würde dem Gemeinderat sicher gut tun. "Argumente für grüne Ratsmitglieder gibt es genug", so die Sprecherin, sei es Ortsentwicklung, Straßenbau oder Dorferneuerung. Aus ihrer sechsjährigen Erfahrung im Gemeinderat ist sie überzeugt, dass mit Grünen Gemeinderäten für die Gemeinde und für die Bürger mehr erreicht werden kann.

Der Vorsitzende der DG, Stefan Zöllner, hat keine Bedenken, dass die Grünen mit seiner Fraktion in Konkurrenz treten könnten und befürwortet die Beteiligung der Grünen an den Kommunalwahlen. Die Grünen wären seiner Meinung nach eher eine Ergänzung und ihre Kandidatenliste böte die Chance, in der Gemeinde noch mehr Bürger in die Kommunalwahl einzubinden. Auch wenn es nicht ausgesprochen wurde, mehr Kandidaten könnten dabei helfen, bei der Kommunalwahl den anderen Fraktionen Sitze abzujagen. Derzeit verfügt die CSU über sechs Mandate plus Bürgermeister, die DG und die Freien Wähler je über fünf. Über einen möglichen Gegenkandidaten für den bereits von der CSU für das Bürgermeisteramt nominierten Emanuel Staffler gibt es zumindest derzeit noch keine Überlegungen.