Kommunalwahl in Puchheim:Norbert Seidl siegt deutlich

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Kommunalwahl

Einen Schluck der Biersorte "Corona" gönnt sich Puchheims Bürgermeister Norbert Seidl in seinem Büro auf seinen Sieg.

(Foto: Matthias F. Döring)

Der alte und neue SPD-Bürgermeister schafft fast die Zwei-Drittel-Marke. Die unterlegene CSU-Kontrahentin Karin Kamleiter fordert für sich nun den Stellvertreter-Posten

Von Peter Bierl, Puchheim

Die Puchheimer haben Norbert Seidl (SPD) als Bürgermeister wiedergewählt. Der Amtsinhaber wurde am Sonntag mit 64,26 Prozent bestätigt. "Das finde ich gut", sagte Seidl in einer ersten Stellungnahme. Er konnte im Vergleich zum ersten Wahlgang vor zwei Wochen um 22 Prozent zulegen. Seine Herausforderin Karin Kamleiter (CSU) musste sich mit 35,74 Prozent zufrieden geben. Sie freue sich über das Ergebnis, erklärte Kamleiter der SZ trotz der klaren Niederlage.

Seidl kam auf 5941 Stimmen, für Kamleiter entschieden sich 3304 Bürger. Die Wahlbeteiligung stieg gegenüber dem ersten Wahlgang um rund vier Prozent auf 59 Prozent. Unterm Strich hat die CSU-Kandidatin weniger Prozente als ihr Vorgänger 2012 geholt, aber wegen der höheren Beteiligung deutlich mehr Stimmen gewonnen. Kamleiter selbst verwies auf ihren Zugewinn im Vergleich zum ersten Wahlgang und die schwierige Situation.

Wegen der Pandemie habe sie keinen Wahlkampf mehr machen können, allerdings hatte auch Seidl seinen Werbeaktivitäten eingestellt. Dass die CSU als erste Partei eine Bewerberin nominiert und sie fast ein Jahr Zeit hatte, um für sich zu werben, ließ Kamleiter nicht gelten. "Der Endspurt ist ausschlaggebend." Auch dem Umstand, dass ihre Kandidatur in den eigenen Reihen umstritten war, mag sie kein Gewicht beimessen. Stattdessen monierte die CSU-Kandidatin, dass die Grünen eine Empfehlung für Seidl abgegeben haben, was sie unfair findet. Dem Bürgermeister kam sicher der Amtsbonus zugute, wobei Seidl diesen Faktor so interpretiert, dass die Bürger seine Arbeit sehen konnten, auch etwaige Fehler. Seidl wertet den Erfolg deshalb als Lohn für eine Arbeit, die von der Mehrheit für gut befunden werde.

Die unterlegene Kandidatin erhob am Wahlabend Anspruch auf das Amt des Zweiten Bürgermeisters. "Das ist das Ziel", betonte sie und die CSU sei nach wie vor die stärkste Fraktion im Stadtrat von Puchheim. "Demokratisch betrachtet, wäre das in Ordnung", sagte Kamleiter. Der Bürgermeister favorisiert hingegen eine Zusammenarbeit mit Manfred Sengl, dem Fraktionssprecher der Grünen, der ebenfalls sein Interesse erklärt hat. Wer den Stellvertreterposten haben wolle, brauche 16 Stimmen im Stadtrat, rechnete Seidl vor.

Aufgrund der internen Unstimmigkeiten sei schon fraglich, ob überhaupt alle neun CSU-Stadträte für Kamleiter votierten. Die Kooperation mit dem bisherigen Stellvertreter Rainer Zöller (CSU) habe auf einer gemeinsamen Linie basiert, er bezweifle, ob diese zu finden sei. Mit den Grünen gebe es hingegen viele inhaltliche Schnittmengen und mit Sengl sei eine pragmatische Arbeit möglich, sagte Seidl.

Bei der Stichwahl vor acht Jahren lag die Beteiligung unter 40 Prozent, Seidl wurde damals mit 56,3 Prozent zum Nachfolger von Herbert Kränzlein (SPD) gewählt, sein Kontrahent Harald Heitmeir, der als Parteifreier für die CSU antrat, erreichte mehr als 43,3 Prozent. Dass es jetzt wegen der Corona-Krise nur die Briefwahl gab, dürfte die Beteiligung erhöht haben, allerdings waren schon vor zwei Wochen mehr Puchheimer zur Wahl gegangen, vermutlich weil über Bürgermeister und Stadtrat nach Jahrzehnten wieder an einem gemeinsamen Termin neu entschieden wurde. Seidl hatte deshalb eine außerordentliche Amtszeit von acht Jahren absolviert.

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