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Kommunalwahl in Mammendorf:Erstmals sitzen Grüne am Ratstisch

Bis auf die neue Fraktion hat sich durch die Kommunalwahl im Gemeinderat Mammendorf kaum etwas verändert

Im Gemeinderat haben die Kommunalwahlen wenige Veränderungen gebracht. Nur drei neue Ratsmitglieder sind dabei, wenn von 1. Mai an Bürgermeister Josef Heckl (Bürgergemeinschaft/BGM) mit dem neuen Gremium die Verantwortung für die Entwicklung der Gemeinde übernimmt. Alle anderen Ratsmitglieder haben meist langjährige Erfahrung als Kommunalpolitiker. Demnach dürfte sich auch an der Zuteilung der Referate wenig ändern, wenngleich die Grünen als Neulinge Ansprüche erheben. "Wir sehen das Wahlergebnis als Bestätigung unserer Arbeit und als Aufforderung, den eingeschlagenen Weg auch fortzusetzen", folgert Rathauschef Heckl.

Als großen Erfolg werten die Grünen das Ergebnis der Wahl, das ihnen den erstmaligen Einzug in den Gemeinderat mit zwei Mandatsträgern ermöglicht. Max Altmann und Verena Halbritter werden künftig grüne Themen setzen, um die Gemeinde hinsichtlich Klima- und Umweltschutz voranzubringen. Altmann, 35 Jahre alt, verheiratet, ein Kind, ist Pastoralreferent im Olchinger Ortsteil Esting. Er will erreichen, dass weitere Maßnahmen für die Begrenzung des Klimawandels ergriffen und im Privatbereich gefördert werden. "Wir haben Schöpfungsverantwortung" sagt er, daher seien die Menschen und besonders die verantwortlichen Politiker zum schonenden Umgang mit der Natur verpflichtet. Besonders einsetzen will er sich für "Solidarität im Ort" und für bessere Begegnungsmöglichkeiten Jugendlicher. Zudem will er die Landwirtschaft bei der Ortsentwicklung konstruktiv einbinden. Ferner will er sich für fairen Handel und gerechtes Wirtschaften einsetzen. Die Planung der Gemeinde, eine weitere Windkraftanlage auf der Basis von Bürgerbeteiligung zu errichten, unterstützt er voll.

Verena Halbritter ist mit 30 Jahren das jüngste Gremiumsmitglied. Sie ist auf dem Donihof in Mammendorf angestellt, der solidarische Landwirtschaft mit ökologischer Ausrichtung betreibt. Eines ihrer Ziele ist die "pestizidfreie Gemeinde". Die beiden Grünen wollen sich um die Übernahme eines Sozialbereiches und des Umweltreferates bemühen, das bislang der wiedergewählte Thomas Holzmüller (Freie Wähler) ausübte.

Der Einzug der Grünen hat die Freien Wähler einen Sitz gekostet, so dass neben Holzmüller noch Manfred Heimerl, der erfahrene Volksfestreferent und Vizebürgermeister, FW-Sprecher Stefan Bauer, Referent für Jugend und Soziales, und Ziel 21- und Windkraft-Experte Werner Zauser die vierköpfige FW-Fraktion bilden. Offen ist, wer Vizebürgermeister wird. Wie Heckl andeutet, hat sein bisheriger Vertreter Peter Muck (CSU) erneut Interesse bekundet, auch Heimerl (FW) sei nicht abgeneigt, erneut Dritter Bürgermeister zu werden. Ausscheiden wird der Referent für die Mehrzweckhalle Martin Denz.

Die Christsozialen haben zwar einen Sitz verloren, sind aber mit vier Sitzen weiterhin gleichauf mit den Freien Wählern. Muck, der Landtagsabgeordnete Benjamin Miskowitsch und Barbara Schamberger, Referentin für Kindergärten und Spielplätze, haben mit Florian Gerum einen Neuling im Team. Der Handwerksmeister mit eigener Spenglerei, Dachdeckerei mit Kranverleih ist ohne Parteibuch und vielen Mammendorfern auch als Starkbierredner bekannt. Gerum hat Siegfried Schnell abgelöst, wodurch das Referat für Liegenschaften frei wurde. Der 38-jährige würde sich gerne als Gewerbereferent engagieren und will sich für ein schnelleres Internet stark machen.

Wieder gewählt wurde SPD-Gemeinderätin Tirza Quell, die wie bisher ihre Partei allein vertritt. Am stärksten im Gemeinderat ist die Bürgermeisterfraktion BGM mit fünf Stimmen plus Rathauschef. Anton Fasching will weiterhin Kulturreferent bleiben. Zum BGM-Team gehören weiterhin die Ratsmitglieder, Josef Reindl (Straßen und Verkehr), Sprecher Elmar Wagner, Referent für Gewerbe und Bürgerhaus, Landwirt und Schulreferent Martin Neheider sowie Sportreferent Florian Simetsreiter. Nicht mehr angetreten war Altbürgermeister Johann Thurner, der sich als Personalreferent um die Mitarbeiter der Verwaltung kümmerte. Die konstituierende Sitzung findet am 5. Mai statt.

© SZ vom 05.05.2020

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