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Kommunalwahl in Maisach:Eine Fraktion verschwindet, zwei profitieren

Im neuen Gemeinderat gewinnen die Grünen und die Freien Wähler hinzu, die CSU bleibt ein solider Block

Überraschungen sind bei den Kommunalwahlen in Maisach ausgeblieben. Weder haben Christine Wunderl für die Grünen, Gottfried Obermair für die Freien Wähler noch Peter Aust für die SPD den Amtsinhaber von der CSU, Bürgermeister Hans Seidl, in eine Stichwahl zwingen können, noch hat sich das Gefüge des Gemeinderates grundlegend verschoben. Aber es gibt eine Fraktion weniger.

Von den 24 zu vergebenden Plätzen hat sich die CSU wieder zehn gesichert. Die Grünen und die Freien Wähler haben von der Auflösung der Wählervereinigung Unabhängige Bürger Maisach-Gernlinden und der Erosion der SPD profitiert. Die beiden Unabhängigen Peter Aust und Margarita Poxleitner-Enger haben auf der SPD-Liste kandidiert und dort auch genügend Stimmen für einen Wiedereinzug erhalten. Die Grünen haben mit Heike Demant und Patrick Götz zwei Fraktionsmitglieder zusätzlich und besetzen nun fünf Plätze. Götz ist 37 Jahre alt, verheiratet und hat eine Tochter. Der Lehrer ist erst seit August 2019 Mitglied bei den Grünen. Das spontane Engagement verbindet ihn mit Heike Demant, 50. Die aus Hessen stammende Biologin wohnt in Gernlinden, hat in der Pharmaindustrie gearbeitet und dort den gesundheitspolitischen Bereich betreut. Sie ist im Landesbund für Vogelschutz und im Bund Naturschutz und hat die Diskussion um die FFH-Flächen am Fliegerhorst zum Anlass genommen, kommunalpolitisch aktiv zu werden.

Einen Sitz dazugewonnen haben die Freien Wähler um Gottfried Obermair. Christian Varga, der erst nachgerückt war, muss den Gemeinderat wieder verlassen, für ihn rückt der Maisacher Biolandwirt Georg Hirschvogel nach. Er ist Ortsobmann des Bayerischen Bauernverbands und gehört dem Verband Bioland an. Er bekam fast 3000 Stimmen. Hermine Reitmayr, Jahrgang 1970, schaffte den Einzug mit fast 2700 Stimmen. Die stellvertretende Ortsvorsitzende der Freien Wähler ist in Germerswang verwurzelt, engagiert sich ehrenamtlich in vielen Vereinen und arbeitet seit zehn Jahren als Teamleiterin im Deutschen Patent- und Markenamt.

Heike Demant

(Foto: OH)

Die CSU als stärkste Fraktion verzeichnet zwei Neuzugänge. Tobias Ottillinger vertritt die junge Generation der Partei. Er ist 32 Jahre alt, stammt aus dem Ortsteil Überacker und ist in Maisach zur Schule gegangen. Er ließ sich zum Konstruktionsmechaniker ausbilden, machte dann Abitur an der Berufsoberschule in Fürstenfeldbruck und studierte anschließend an der Technischen Universität in München. Als Fachschullehrer war er in Weiden und Ingolstadt, bevor er an die Fachoberschule München kam, um dort zu unterrichten. Ottilinger ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Hermine Reitmayr

(Foto: OH)

Zwei Jahre älter als der neue Gemeinderat aus Überacker ist Xaver Hirsch junior. Das "Junior" ist wichtig, unterscheidet es ihn doch von seinem Vater, der auch Xaver heißt und vier Jahrzehnte für die CSU im Gemeinderat saß. Der Platzwechsel am Ratstisch ist also Familiensache, und so heimatverbunden erleben den Meister der Elektrotechnik auch die Maisacher. Er ist Mitglied in mehreren Vereinen, tut Dienst bei der Feuerwehr und ist im SC aktiv. Hirsch kandidierte auf Platz 16 der CSU-Liste, wurde aber von den Wählern auf Platz zehn gehäufelt. Der 34-Jährige ist verheiratet und hat ein Kind.

Tobias Ottilinger

(Foto: OH)

Mit sieben Vertreterinnen und Vertretern sind die Maisacher Parteien im neuen Kreistag vertreten. Bürgermeister Hans Seidl und sein bisheriger Stellvertreter Roland Müller sitzen für die CSU im Kreisgremium, wobei Müller den 26. Platz von 26 erreichten Plätzen der Partei erhalten hat. Die Grünen schicken Christine Wunderl und Kreistagsspitzenkandidatin Barbara Helmers in das Kreisgremium, für die Freien Wähler ist es erneut Gottfried Obermair, der Vorsitzende des Energiewendevereins Ziel 21. Waltraut Wellenstein, bislang Dritte Bürgermeisterin Maisachs, vertritt die Gemeinde auch im Kreistag, in einer auf vier Mitglieder geschrumpften SPD-Fraktion.

© SZ vom 22.04.2020

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