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Kommunalwahl im Landkreis Fürstenfeldbruck:Die strahlenden Sieger

Die Grünen verzeichnen Zuwachs von 43 Mandaten im Landkreis

Die Erklärung von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) vom Wahlabend, die Grünen seien die großen Verlierer, gehört in den Bereich der Fake News. Im Landkreis sind die Grünen die strahlenden Sieger. Die Gesamtbilanz ergibt einen Zuwachs von 43 Sitzen in den Stadt- und Gemeinderäten und im Kreistag auf 92 Mandate. In der Summe konnte die Partei die Anzahl der Mandate in den Gemeinde- und Stadträten von 33 auf 75 und im Kreistag von zehn auf 17 steigern. Zuwächse in einer vergleichbaren Größenordnung gab es im Landkreis zuletzt 1948, als das Parteiensystem noch instabil war.

Die besten Ergebnisse bei Gemeinde- und Stadtratswahlen erzielten die Grünen in Grafrath (25,1 Prozent) und in Eichenau (27,9 Prozent). In etlichen Kommunen, in denen die Grünen zum allerersten Mal antraten, schafften sie auf Anhieb zweistellige Ergebnisse, etwa in Alling (11,1), Althegnenberg (18,9), Emmering (17,6), Mammendorf (14,3), Schöngeising (21,7) und Türkenfeld (23,5), wo fast ein Viertel der Wähler sie unterstützten.

Bei der Kreistagswahl erzielte die Partei in Eichenau (29,59) und wiederum Grafrath (33,18) die höchsten Werte. Insgesamt stieg das Ergebnis von 14,32 Prozent (2014) auf 24,09 Prozent. Die Fraktion wächst von zehn auf 17 Kreisräte, acht Männer und neun Frauen. Die Jugend ist mit Gina Merkl und Johanna Mellentin aus Bruck sowie Sophie Schumacher aus Germering vertreten. Die frühere Brucker Stadträtin Angelika Simon-Kraus hat ein Comeback im Kreistag. Der Sprecher der Asylhelferkreise, Hans Sautmann aus Eichenau, kann seine Kritik an der restriktiven Linie von Landrat Thomas Karmasin (CSU) künftig auch im Kreistag vorbringen.

Trotz der hohen Zuwächse im Westen reicht es aufgrund der geringeren Bevölkerungsdichte aber nur für zwei Mandate in dieser Hälfte des Landkreises, die Andreas Birzele (Althegnenberg) und Johann Märkl (Landsberied) einnehmen. Bruck stellt vier Fraktionsmitglieder, Germering und Maisach jeweils drei, von den großen Kommunen ist Puchheim nicht vertreten.

© SZ vom 23.03.2020 / bip
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