In Gröbenzell werden die Karten neu gemischt. Weil der seit zwölf Jahren amtierende Martin Schäfer nicht mehr antritt, wird der Ort einen neuen Bürgermeister oder eine neue Bürgermeisterin erhalten. An Schäfers Stil hatte es während seiner Amtszeit immer wieder Kritik gegeben. Derzeit gibt es drei Bewerber und zwei Bewerberinnen für seine Nachfolge.
Claudia O'Hara-Jung, UWG

In den zurückliegenden zwölf Jahren stellte die Unabhängige Wählergemeinschaft Gröbenzell (UWG) in Martin Schäfer den Bürgermeister. Statt seiner tritt nun die ehemalige Gemeinderätin Claudia O'Hara-Jung für die UWG an. 2017 zog die heute 51-Jährige mit ihrer Familie in den Süden von Spanien, arbeitete dort im Europäischen Amt für geistiges Eigentum und unterrichtete Yoga und Meditation am Strand. 2024 kehrte die Familie wieder nach Gröbenzell und O'Hara-Jung in ihren Beruf als Rechtsanwältin zurück. Die beiden mittlerweile erwachsenen Kinder lebten bereits wieder in Deutschland und sie selbst vermisste „das satte Grün, Austausch und Zusammenarbeit mit anderen Menschen in meiner Muttersprache“, wie sie auf der UWG-Homepage schreibt. Die UWG holte bei der Bürgermeisterwahl 2020 zunächst knapp 37 Prozent und in der Stichwahl 53,8 Prozent.
Jens Wäcken, CSU

Jens Wäcken kann auf eine lange familiäre Gröbenzeller Tradition verweisen: Sein Ur-Ur-Großvater war 1910 der erste Gröbenzeller Beamte als Bahnwärter bei der bayerischen Staatseisenbahn. Er selbst wuchs in Gröbenzell auf und ist immer noch auf dem Familiengrundstück ansässig. Seit mehr als 25 Jahren ist der 49 Jahre alte Elektrotechniker als Offizier bei der Bundeswehr tätig und hat dort eigenen Aussagen zufolge gelernt, Verantwortung zu übernehmen, Entscheidungen zu treffen und Personal zu führen. In Gröbenzell ist er Gemeinderat in der CSU-Fraktion. Der Vater zweier Kinder möchte Politik mit einem familien- und umweltorientierten Gestaltungswillen machen. Die CSU kam 2020 mit 28 Prozent der Stimmen in die Stichwahl, unterlag aber dort.
Gregor von Uckermann, SPD

Gregor von Uckermann hat Erfahrung mit einer Kandidatur als Gröbenzeller Bürgermeister. Schon vor sechs Jahren trat er an und holte damals 17,6 Prozent der Stimmen, für die Stichwahl reichte das allerdings nicht. Von Uckermann ist 36 Jahre alt und seit 20 Jahren SPD-Mitglied. Der Volljurist arbeitet als Justiziar bei der Gesellschaft für Stadterneuerung, einer Tochtergesellschaft der Stadt München. Er kennt die Abläufe in der Gemeinde als derzeit dritter Bürgermeister und ist zudem Vorsitzender der örtlichen Volkshochschule. In seiner Partei gilt er als einer, der Brücken bauen kann. Das halten sie bei der SPD nach den Schäfer-Jahren für notwendig.
Daniel Holmer, Die Grünen

Es ist schon eine geraume Zeit her, dass sich Daniel Holmer erstmals als Bürgermeister für Gröbenzell beworben hat. 2014 war das – jenes Jahr, in dem Martin Schäfer Bürgermeister wurde. Zwölf Jahre später versucht Holmer es noch einmal. Der 41 Jahre alte promovierte Volkswirt ist Vater von drei Töchtern und Gründer einer Firma, die Betreuungskräfte aus dem Ausland an Senioren vermittelt. Als langjähriger Gemeinde- und Kreisrat bringt er kommunalpolitische Erfahrung mit und ist im Ort als ehemaliger Handballtorwart und derzeitiger Handball-Abteilungsleiter gut vernetzt. Vor sechs Jahren gab es für den Grünen-Kandidaten etwas mehr als 15 Prozent der Stimmen.
Alisa Riechmann, FDP

Seit dem Scheitern der Ampelregierung ist es still geworden um die FDP. Der Landkreis Fürstenfeldbruck war nie eine Hochburg der Freien Demokraten, in Gröbenzell aber will sich Alisa Riechmann anschicken, Bürgermeisterin zu werden. Auch 2020 gab es einen FDP-Kandidaten - mit am Ende 2,28 Prozent. Riechmann ist 29 Jahre alt und lebt seit frühester Kindheit in Gröbenzell. Beruflich ist sie als Consultant für Governmental Relations in München tätig. Seit 2019 engagiert sie sich „aus Überzeugung“, wie sie sagt, für die FDP, unter anderem im Kreisvorstand Fürstenfeldbruck sowie bei den Jungen Liberalen. Sie möchte, dass ihre Partei in Gröbenzell „als lösungsorientierte Kraft sichtbar“ ist.

