Kommentar:Wertvolle Einrichtung

Dass nun Eltern aus Alling und Emmering die Einrichtung von Waldkindergärten fordern, sollten beide Kommnunen als Chance verstehen. Auch für eine Zusammenarbeit

Von Manfred Amann

Der Wunsch von Eltern, ihre Kinder in der freien Natur aufwachsen zu lassen liegt voll im Trend. Auch wenn es bislang im Landkreis nur wenige Waldkindergärten gibt, nimmt die Nachfrage nach Plätzen ständig zu. Ein wesentlicher Grund dafür sind sicherlich die durch die Coronapandemie ausgelösten Erfahrungen wie Schließungen, Maskenzwang und Quarantänen in herkömmlichen Einrichtungen. Außerdem ist mittlerweile hinreichend belegt, dass Kinder, die nicht in geheizten und spärlich belüfteten Räumen, sondern in der Natur aufwachsen, mehr Abwehrkräfte bilden und daher nicht so schnell krank werden. Zudem sind die mit allen Sinnen draußen bei Wind und Wetter gesammelten Erfahrungen eine gute Grundlage für die Entwicklung zu einem verantwortungsbewussten Menschen. Daher kann den Kommunen nur nahegelegt werden, Waldkindergärten zu fördern, zumal so Betreuungsplätze geschaffen werden, ohne dafür feste Einrichtungen bauen und betreiben zu müssen.

Dass Waldkindergärten für Defizite sorgen, darf kein Grund für eine Ablehnung sein. Den beiden Nachbargemeinden Alling und Emmering sei angeraten, über eine gemeinsame interkommunale Einrichtung nachzudenken. Gemeinsam könnten so der Wunsch vieler Eltern erfüllt und gleichzeitig der Druck etwas gemildert werden, dem weiterhin steigenden Anspruch auf Betreuungsplätze gerecht zu werden. Und dies bei relativ geringem Risiko. Alling und Emmering liegen nahe beieinander und zum Tonwerk ist es zum Beispiel nicht weit. Wenn sich beide CSU-Bürgermeister "kurzschließen" und die Verhandlungen mit einem Betreiber - warum nicht die Awo-Dachau - sowie mit Grundeigentümern wie dem vom Waldstück am Tonwerk über Standortbedingungen verhandeln, könnte ein Waldkindergarten sicher rascher und auch preisgünstiger für beide verwirklicht werden, als wenn beide Kommunen für sich nach einer Lösung suchen. Dringlichst muss auch geklärt werden, wieso im Landkreis nur 15 Plätze erlaubt sein sollen, satt 25 wie in Dachau. Schließlich hängt davon ab, ob sich Kommunen in finanzieller Hinsicht binden wollen oder können.

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