Kommentar:Status quo bis ultimo

Das Freibad Maisach darf bleiben, was es ist. Das wird viele Nutzer der Anlage freuen

Von Erich C. Setzwein

Alle, die das Maisacher Freibad so lieben, wie es ist, dürfen sich schon auf die kommende Saison freuen. Es darf weiter geschwommen, geplanscht und gechillt werden. So lange die Technik funktioniert. Aber weitere Wünsche an die Ausstattung darf es nicht geben. Die Besucher werden sich mit dem zufrieden geben müssen, was sie vorfinden, sie werden sich in der einen oder anderen Weise vielleicht auch einschränken müssen, weil sie sich eben nicht in einem Spaßbad befinden, sondern die Anlage als "Sportbad" bewertet wird. Auch wenn die Gemeinde nun eine Klage vom Hals hat, so heißt das nicht, dass sich irgendwann nicht doch wieder jemand belästigt fühlt und gegen die Betriebszeiten juristisch vorgeht. Ginge es nur um den Lärmschutz, so hätte die Idee eines neuen Freibads im Süden der Gemeinde durchaus Charme.

Doch es geht nicht nur um den Lärmschutz, sondern es geht um die Sicherung des Status quo und vielleicht sogar um die Tradition. Auch wenn jetzt wieder mindestens anderthalb Millionen Euro in die Hand genommen werden müssen, um das Bad technisch am Laufen zu halten, so ist das Geld doch gut investiert und vor allem im Sinne einer gefühlten Mehrheit der Maisacher. Ein Bad, ob im Freien oder überdacht, rentiert sich nie. Für die Kommunen ist es immer ein Zuschussgeschäft.

Als 1929 der Vorläufer des jetzigen Bades entstand, dachte sicher niemand an Folgekosten. Für die einen war es damals wichtig, die Ordnung wiederherzustellen, weil das wilde Flüsschen Maisach selbst zu einem Spaßbad geworden war. Für die anderen standen Licht, Luft und Freiheit und auch der Schwimmsport an erster Stelle. Deshalb galt die gemeindliche Einrichtung als Gesundheitsbad, und in etwa diesem Sinne dürfte es auch das Verwaltungsgericht gesehen haben. Die Gemeinde tut nun gut daran, alles zu vermeiden, was einen anderen Eindruck erweckt.

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