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Kommentar:Offenheit als Gesprächsbasis

Für die Bebauung des sogenannten Trabergeländes hat in Maisach eine fruchtbare Diskussion begonnen

Von Erich C. Setzwein

Früher als bei anderen gemeindlichen Vorhaben in Maisach hat die Diskussion über die weitere Entwicklung des sogenannten Trabergeländes Fahrt aufgenommen. Es ist eine öffentliche Diskussion, die in Maisach nun mehr Menschen erreicht. Das Thema ist dafür geeignet, sich mit ihm länger zu beschäftigen. Wie lange, das gibt der nun veröffentlichte Zeitplan vor. Er ist nicht von irgendwelchen Insidern durchgestochen worden, sondern er kommt aus dem Rathaus, ist auf maisach.de ziemlich weit oben platziert. Jeder hat nun die Gelegenheit, das 27-seitige Dokument zu lesen, es zu speichern oder auszudrucken. Das ist gut so und zeigt, dass dem Bürgermeister etwas an Transparenz und sehr an weiterer Auseinandersetzung mit dem Thema liegt.

Dass Vieles zuerst in nichtöffentlichen Kreisen besprochen worden ist, hat auch seinen Sinn. Denn ohne solche Vorbesprechungen laufen die Dinge manchmal ganz anders als gewünscht. Es ist auch nicht so, dass jetzt alles ganz schnell gehen muss. Sieht man sich die Zeit an, die schon vergangen ist, so kann man eher von Jahrzehnten sprechen. Allein die Rahmenplanung für den südlichen Ortsteil von Maisach liegt nun mehr als zwölf Jahre zurück. Es ist deshalb richtig, dass die Gemeindeverwaltung mit ihrer Projektinformationen zur Verlegung des SC Maisach und der Überplanung eines Teils der Traberfläche an die Geschichte dieser Ideen erinnert. Denn mehr gibt es auch noch nicht. Es sind bislang nur Überlegungen, Wünsche, ja Fantasien von Planern, die da vorgestellt wurden.

Die Trabrennbahn, die sich über die gesamte Fläche auf dem Konversions-Grundstück zwischen Feldstraße und Südumfahrung erstreckt hätte, ist passé. Von diesem nun wieder zur Verfügung stehenden Gelände könnten viele profitieren. Nicht nur im materiellen Sinne. Maisach wird sich verändern, nur in welcher Geschwindigkeit und welcher Intensität, das haben zuerst einmal die gewählten Vertreter aller Einwohner Maisachs im Gemeinderat zu besprechen und zu entscheiden. Dennoch sollte sich jeder dazu aufgerufen fühlen, diese Prozesse zu verfolgen und seine Meinung zu äußern. Dass dies auch immer rechtzeitig passieren kann und man nicht in ein paar Jahren sagen müsste, man habe das alles nicht gewusst, dazu sollte eine umfängliche und kontinuierliche Information der Gemeinde beitragen.

© SZ vom 09.04.2021
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