Klimaschutz:Energiespartipps und grüne Dächer

Lesezeit: 2 min

Fürstenfeldbruck will mit einem modular aufgebauten Förderprogramm Anreize für den Klimaschutz geben. Die zuständige Referentin vermisst allerdings noch die Bezuschussung regenerativer Stromerzeugung

Von Stefan Salger, Fürstenfeldbruck

Klimaschutz: Förderwürdig: Begrünte Dachterrassen wie die der Firma Sykam im Gewerbegebiet Hasenheide.

Förderwürdig: Begrünte Dachterrassen wie die der Firma Sykam im Gewerbegebiet Hasenheide.

(Foto: Karl-Heinz Jansen)

Die Kreisstadt will neue Anreize zum Energiesparen geben und legt ihr kommunales Förderprogramm neu auf. Vom kommenden Jahr an werden als erste Schritte Dachbegrünungen sowie die Energieberatung bezuschusst. Das hat der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen. Weitere "Förder-Bausteine" sollen später kontinuierlich aufgenommen werden.

Konsens bestand bei den Politikern im Umweltausschuss, dass das 2009 aufgelegte und jährlich mit 50 000 Euro dotierte Vorgängerprogramm, das sich vor allem auf die energetische Sanierung von Bestandsgebäuden fokussierte, veraltet und zu kompliziert sei. Zudem gibt es in diesem Bereich attraktive überregionale Alternativen. So sieht das auch Thomas Müller, der für Energie und Klimaschutz zuständige Experte der Stadtverwaltung. Er setzt vor allem große Hoffnungen in den von der CSU-Fraktion angeregten Schub für die Energieberatung, die auch weitere passgenaue Fördermöglichkeiten aufzeigen soll. Und die ebenfalls empfohlenen Dachbegrünungen hält Müller angesichts der fortschreitenden Flächenversiegelung und der im Zuge des Klimawandels häufiger zu erwartenden Starkregenereignissen für eine empfehlenswerte Maßnahme - "im Sinne einer Schwammstadt". Auf Intervention von Martin Kellerer (CSU) wird darauf verzichtet, lediglich die von Fachfirmen ausgeführten Arbeiten als förderfähig anzuerkennen. Und auch die Anregung von Christian Götz (BBV) wurde berücksichtigt, bei den Fördersummen nicht nach intensiver oder extensiver Begrünung zu unterscheiden, sondern einheitlich 25 Euro pro Quadratmeter zu gewähren. Ob in einem weiteren Schritt noch die Begrünung von Fassaden bezuschusst wird, wie dies Kellerer vorschlägt, muss noch entschieden werden.

Klimaschutzreferentin Alexa Zierl regte an, nach dem Vorbild Eichenaus möglichst umgehend auch Photovoltaik (möglicherweise auch sogenannte "Stecker-Solaranlagen für Balkon oder Fassade) ins Programm aufzunehmen. Einen entsprechenden Vorstoß unterstützen auch ausdrücklich Markus Droth (Freie Wähler) und Mirko Pötzsch (SPD).

Die ersten beiden Bausteine

Das neue Fürstenfeldbrucker Förderprogramm für Energieeinsparung tritt am 1. Januar mit den beiden ersten Bausteinen in Kraft. Finanziert werden kann daraus der Eigenanteil für die Energieberatung durch Experten der Verbraucherzentrale (in der Regel sind dies 30 Euro). Diese bietet beispielsweise Beratungen rund um Heizen und Stromverbrauch an - für Immobilienbesitzer ebenso wie für Mieter. Weitere Kosten werden vom Bundesministerium für Wirtschaft übernommen. Mit pauschal 25 Euro pro Quadratmeter gefördert werden zudem neu angelegte Dachbegrünungen für private Häuser oder auch Gewerbebetriebe. Vorgelegt werden müssen Rechnungen der beauftragten Firma oder im Fall der Eigenarbeit für das selbst beschaffte Material.slg

Zierl brachte ihren Unmut zum Ausdruck, dass sie als zuständige Referentin von der Stadtverwaltung nicht in die Ausarbeitung des aktuellen Beschlussvorschlags eingebunden worden sei, obwohl dies in der Geschäftsordnung so vorgesehen ist und gerade sie es doch gewesen war, die immer wieder die Neuauflage des Förderprogramms angemahnt und konkrete Maßnahmen vorgeschlagen hatte. Bereits vor drei Jahren hatte sie einen entsprechenden Antrag gestellt. Die ehemalige Ziel-21-Vorsitzende ärgert sich, dass der Solarstrombereich nicht bereits zum Jahreswechsel an den Start gehen kann. BBV-Fraktionsvorsitzender Christian Götz teilt die formale Kritik der ÖDP-Politikerin: "Es wäre schon sinnvoll gewesen, Frau Zierl einzubinden."

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Abo kündigen
  • Kontakt und Impressum
  • AGB