Obwohl Fridays-for-Future-Demonstrationen schon lange nicht mehr die Masse an Menschen erreicht, wie es die Bewegung noch vor einigen Jahren tat, ist der Klima- und Umweltschutz für viele junge Menschen noch immer ein wichtiges Anliegen. Dass dem der Fall ist, spiegelt sich auch am Projekt der Umweltsprecherinnen von der Fach- und Berufliche Oberschule Fürstenfeldbruck wider. Nun wurde das Projekt mit dem Hauptpreis in der Jugendkategorie des Klima- und Umweltpreises der Bürgerstiftung in Fürstenfeldbruck ausgezeichnet. Insgesamt 1500 Euro erhält die Schule für das Projekt der Umweltsprecherinnen.
Dabei verantworten demokratisch gewählte Umweltsprecherinnen Klimaschutzprojekte an der Schule und halten so den Nachhaltigkeitsgedanken in den Klassen hoch. „Es macht mir Spaß, wirklich was zu bewegen“, begründet Paulina Lehmann ihre Teilnahme am Projekt. „Wir können auch eine andere Perspektive einbringen als ältere Menschen“, sagt die Umweltsprecherin Anna Sofia Monteiro de Brito. Sie und die übrigen Umweltsprecherinnen – die Beteiligten nutzen das generische Femininum – organisieren Klimaschutzprojekte an ihrer Schule: sei es das Aufstellen eines Bücherschranks, einer Kleidertauschbörse oder die Gestaltung eines schuleigenen Gartens.
„Die Schülerinnen und Schüler haben viele Ideen und wir wären dumm, wenn wir diese Ideen nicht nutzen würden“, führt Oberstudienrätin Maria Schmied, die das Projekt mit ihrer Kollegin Irina Oberdorfer organisiert, aus. Die Lehrkräfte wollen das Projekt nur unterstützend begleiten: Ideen und Projekte sollen die Schülerinnen und Schüler selbständig entwickeln. Aber auch die demokratische Wahl zu Beginn des Schuljahres ist ihnen wichtig. „Das ist gelebte Demokratie“, erklärt Schmied, auch wenn der Wahlprozess aufwendig und langwierig sei. Im nächsten Jahr planen sie zusätzlich noch einen Wahlkampf für die Umweltsprecherinnen.
Neben der Planung von Klimaschutzprojekten an der Schule können die Umweltsprecherinnen auch an einem Ausbildungswochenende teilnehmen. Dort sollen sie in die nachhaltige Entwicklung und das Projektmanagement eingeführt werden. Hier würden sie auch viele der Ideen konzipieren, die sie dann an der Schule durchsetzen, erklärt Paulina Lehmann. Mit dem Preisgeld wollen Schmied und Oberdorfer das Projekt der Umweltsprecherinnen nun mit der Erasmus-Initiative der Schule verbinden und sich so mit anderen Umweltgruppen in Europa vernetzen. Thematisch wollen sie sich zukünftig auch auf Nachhaltigkeit in Bergregionen und die Verbindung vom Leben in der Stadt mit der Natur fokussieren.
6000 Euro Preisgeld sind bei der vierten Verleihung des Klima- und Umweltpreises von Bürgerstiftung, Süddeutscher Zeitung und Sparkasse für den Landkreis Fürstenfeldbruck vergeben worden. 2000 Euro in der Jugend- und 4000 in der Erwachsenenkategorie. Es gibt fünf Preisträger sowie einen undotierten Ehrenpreis. Die Preisträger werden in lockerer Folge in der SZ vorgestellt.

