Süddeutsche Zeitung

Gröbenzell:Zehn Prozent mehr für Kitas

Gemeinderat billigt Anhebung sowie alljährliche Gebührensteigerung.

Von Ariane Lindenbach, Gröbenzell

Die Gebühren in den Gröbenzeller Kindertagesstätten werden erhöht. Mit Beginn des kommenden Betreuungsjahres steigen im September 2024 die Beiträge in allen Einrichtungen um zehn Prozent. Eine große Mehrheit im Gemeinderat votierte nach kurzer Diskussion für die Anpassung, die vor ein paar Jahren schon einmal abgelehnt worden war. "Wir wären gut beraten, das einmal anzufassen", warb die Referentin für Schulen und Kindereinrichtungen, Anita Rieger (CSU). Das Gremium billigte mit dem Beschluss auch eine Reduzierung der Geschwisterermäßigung von 40 auf 20 Prozent sowie eine jährliche Anhebung der Kita-Gebühren um drei Prozent.

Monika Baumann (Grüne) sprach sich als Erste gegen die Erhöhung aus. Zehn Prozent mehr für alle Einrichtungen, von der Krippe bis zum Hort, das sei ihr zu pauschal; und eine automatisierte Erhöhung, Jahr für Jahr um drei Prozent, die wolle sie erst recht nicht mittragen. Ähnlich argumentierte auch Gregor von Uckermann (SPD). "Vor allem dieser Automatismus, der hier eingeführt wird", betonte er, sei für die Eltern fatal. Dieser Argumentation widersprach die Referentin. "Wir haben den Fehler gemacht, diese Gebühren sehr lange nicht zu erhöhen", so Rieger.

Die entsprechende Satzung wurde letztmals 2018 angepasst, die Erhöhung trat im September 2019 in Kraft. In der Zwischenzeit hat es aber auch Veränderungen bei der Bezahlung des Personals gegeben. Die Löhne werden regelmäßig angehoben, dementsprechend steigen auch die Kosten für die Kommunen, die die Kinderbetreuung zu einem großen Teil finanzieren. Wie Rieger betonte, macht der Anteil, den die Eltern über die Gebühren an den Kindertagesstätten mittragen, nur einen geringen Prozentsatz aus.

Wie die Referentin, trat auch Bürgermeister Martin Schäfer (UWG) der Befürchtung entgegen, eine Anhebung treffe vor allem Familien mit niedrigem Einkommen. Nach ihrem Wissen gibt es keine Kinder, die einer Kita aus Kostengründen fernbleiben. Fehle das Geld, so springe der Freistaat ein, erläuterte der Rathauschef. Zwar gebe es Kinder am Ort, die den Kitas fernblieben, aber das liege nicht am Geld, sondern sei "eine bewusste Entscheidung". "Der Bürgermeister hat recht", bekräftigte Ulrike Breitkopf. Die Gemeinderätin der CSU-Fraktion war zehn Jahre lang im Elternbeirat.

"Im Krippenbereich haben wir 70 Prozent Vollzahler, das heißt Gutverdiener", und zwar als konstante Größe, ergänzte Gregor Kamp. Der Kämmerer warb mit deutlichen Worten für eine Zustimmung zu der Gebührenanhebung: "Wir haben eine unterdurchschnittliche Steuerkraft." Die Einnahmen der Kommune sinken seit fünf Jahren, während die Ausgaben konstant bleiben. "Wir werden das zähneknirschend akzeptieren müssen." Die Anhebung der Kita-Gebühren wurde schließlich gegen mehrere Stimmen aus den Fraktionen von SPD und Grünen beschlossen.

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