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Katharina Uhl:Eine Deutsche rudert Oxford zum Erfolg

Eigentlich kam Katharina Uhl zum Studieren nach Oxford. Jetzt hat sie mit dem dortigen Ruderverein einen britischen Meistertitel geholt. Ein Gespräch über ihr Training - und das Wetter in England.

Stefan Salger

Katharina Uhl absolviert an der Universität in Oxford ein Promotionsstudium. In zwei Jahren soll die Doktorarbeit über die sowjetische kommunistische Jugendorganisation in der Nachkriegszeit fertig sein. Ihre Studien hat die 29-jährige Puchheimerin (Foto: privat) jüngst kurz hintangestellt-um sich mal eben einen britischen Meistertitel zu holen: Mit dem Achter des Rudervereins City of Oxford landete Katharina Uhl gemeinsam mit ihren sieben Mitruderinnen in der Amateurwertung ganz oben auf dem Treppchen. Stefan Salger unterhielt sich mit ihr über den Erfolg.

Katharina Uhl aus Puchheim studiert in Oxford und hat als Mitglied des Ruder-Achters die nationalen britischen Amateurmeisterschaften gewonnen.

SZ: It's raining cats and dogs-eine wahrhaft britische Umschreibung. Sie genießen doch hoffentlich ein ebenso englisches Wetter wie wir hier in Deutschland?

Katharina Uhl: Nein, ganz im Gegenteil. Es ist hier ein bisschen wechselhaft, aber eigentlich wunderschön. Auf jeden Fall besser als in Deutschland.

SZ: Sie haben mit den Ruderinnen abgeräumt. Haben Sie früher mit dem Schlauchboot auf der Amper trainiert?

Uhl: Das erste Mal bin ich während meines Magisterstudiums in Tübingen in einem Ruderboot gesessen. Und hier in Oxford habe ich erstmal in meinem College gerudert und bin vor drei Monaten zu City of Oxford gewechselt.

SZ: Klingt nach kometenhafter Karriere. Wie oft haben Sie denn trainiert?

Uhl: Sechsmal die Woche, täglich drei bis vier Stunden.

SZ: Das gibt ordentliche Muskeln.

Uhl: Richtig, an Armen, Beinen und Schultern. Aber ich bin Training gewöhnt. Früher habe ich beim SC Olching Fußball gespielt.

SZ: Wie lange haben Sie bei den Meisterschaften in Glasgow für die zwei Kilometer gebraucht?

Uhl: Sechs Minuten und 57 Sekunden. Schneller war nur ein Boot des Junioren-Nationalteams. Aber wir waren das beste Amateur-Clubteam.

SZ: Wann kommen Sie wieder nach Puchheim?

Uhl: Schon am 23. August, dann geht's aber bald wieder weiter nach Russland für die Archivrecherche.

SZ: An der Regattastrecke in Oberschleißheim gibt es einen Ruderstützpunkt. Wäre das was für Sie?

Uhl: Falls ich nach Oxford im Münchner Raum lande, dann auf jeden Fall.

SZ: Gibt es ein sportliches Vorbild?

Uhl: Steve Redgrave. Das ist zwar ein Mann, aber der holte fünfmal Gold bei Olympischen Spielen, und das auch noch mit über 40. Mein sportliches Ziel ist jetzt aber erstmal, in zwei Jahren bei der nächsten nationalen Meisterschaft wieder für City of Oxford anzutreten.

© SZ vom 10.08.2010/tob

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