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Kampfsport:Mehr als nur eine Sportart

Taekwondo Ellen Bajog

Taekwondo-Weltmeisterin gegen Kung-Fu-Panda: Ellen Bajog demonstriert ihre Fähigkeiten.

(Foto: privat)

Ellen Bajog hat einen Weltmeistertitel im Taekwondo gewonnen. Ihr Hobby bezeichnet sie als einen Lebensweg

"Taekwondo ist ein Lebensweg" erzählt die frisch gekürte Taekwondo-Weltmeisterin Ellen Bajog. Taekwondo ist die traditionelle koreanische Kunst der waffenlosen Selbstverteidigung. Das klassische Taekwondo, wie es Ellen Bajog betreibt, wird im Gegensatz zu vielen anderen Kampfsportarten ohne Körperkontakt ausgeführt. Es geht um das Erlernen und Vervollkommnen der Techniken sowie deren kraftvollen und kontrollierten Einsatz. Hyongs, sogenannte Formenläufe, stellen einen Kampf gegen einen imaginären Gegner dar. Dabei stehen vor allem Konzentration, Selbstdisziplin und Körperkontrolle im Vordergrund, so Bajog.

In der Kategorie "Selbstverteidigung Show", in der Bajog ihren Weltmeistertitelgewonnen hat, erfolgen verschiedene Angriffe, wie Würgen, Umklammern und Schwitzkasten, die dann effektiv, präzise und kraftvoll abgewehrt werden. Die Angriffe, gegen die sich Ellen Bajog verteidigte, erfolgten bei der Weltmeisterschaft durch Markus Klingl. Angefangen hat Bajog ihren Taekwondo-Weg erst mit 35 Jahren. Sie habe lange Jahre Yoga gemacht und kam damals über ihren Sohn zum Taekwondo, als sie beim Training zuschaute und sofort fasziniert davon war. Es gehe nicht darum, die erlernten Techniken sowie die Kraft missbräuchlich gegen andere einzusetzen - vielmehr sei der Respekt vor dem Gegenüber entscheidend. Es sollen friedliche Lösungen für Probleme gefunden werden, der Einsatz von Taekwondo darf nur im absoluten Notfall erfolgen.

Mittlerweile trainiert Bajog seit 19 Jahren Taekwondo. Dass sie irgendwann so einen Erfolg verbuchen könnte und dass dieser Sport ihr Leben so bereichern würde, hätte sie nie geglaubt. Sie habe sich immer gedacht: "Ich mache es solange es mir Spaß macht und ich davon fasziniert bin", sagt Bajog. Ein Ende ihrer Begeisterung sei momentan aber nicht in Sicht.

Der Stressabbau sei nicht der primäre Grund warum sie ihren Sport so leidenschaftlich betreibt. Für Bajog ist Taekwondo "lebensbegleitend". Neben dem physischen Training stärke es zudem die Psyche. Die Ziele des Taekwondo sind Höflichkeit, Selbstdisziplin, Durchhaltevermögen, Unbezwingbarkeit und Integrität. Prinzipien die Bajog in unserer heutigen Zeit als elementar betrachtet.

Seit vielen Jahren trainiert sie bei Großmeister Jürgen Englerth an der Volkshochschule in Pullach. Regelmäßiges Krafttraining im Fitnessstudio helfe ihr zusätzlich, ihre Techniken noch kraftvoller auszuführen, so Bajog. Zudem gibt sie viermal in der Woche selbst Training in Geltendorf und Sankt Ottilien, in Zusammenarbeit mit der VHS Kaufering. Das Training dort bietet sie für Kinder und Erwachsene an, um dabei ihr bisheriges Wissen über diese sie so begeisternde Kampfkunst an andere weiterzugeben.

Neben ihrem Sohn, der mit verantwortlich für ihren unverhofften Lebenswandel war, hat Bajog eine Tochter, die ebenfalls nicht am Taekwondo vorbeigekommen sei. Regional ist die Sportlerin sehr in Türkenfeld verwurzelt, da sie dort aufgewachsen ist. Sie fühle sich hier sehr wohl, weshalb sie nie den Drang verspürt habe, wegzuziehen. Beruflich ist sie im Landratsamt Fürstenfeldbruck aktiv, wo ihr Landrat Thomas Karmasin persönlich zum Weltmeistertitel gratuliert hat. Im Rahmen des ersten Gesundheitstages führte Bajog dort vor einigen Monaten auch einen Workshop zum Thema Taekwondo durch.

Ellen Bajog betont, dass sie ihren Sport noch so lange es irgendwie geht fortführen möchte, da Taekwondo auch für ältere Menschen eine absolut sinnvolle und erfüllende Betätigung sein kann. Als Beispiel erzählt sie von einem ihrer eigenen Schüler, der noch mit 78 Jahren regelmäßig begeistert am Training teilgenommen hat. Etwas, dass sie absolut nachvollziehen könne.