Für Ingbert Hoffmann ist es Tag, den er schon in der Früh mit Freude beginnen kann. Als Präsident der Hochschule für den öffentlichen Dienst, Fachbereich Polizei, darf ein weiteres Mal den seiner Meinung nach schönsten Hochschulsaal für eine Feier öffnen. Wo sonst Studierende der Polizei-Hochschule ihr Rüstzeug für den weiteren Weg als Kommissarinnen oder Kommissare bekommen, ist an diesem Tag im Churfürstensaal des früheren Klosters Fürstenfeld für Juristinnen und Juristen bestuhlt worden. Es gilt, den im Juli vergangenen Jahres ausgeschiedenen Amtsgerichtsdirektor Klaus Brandhuber zu verabschieden und Alexandra Körner als neue Amtsgerichtsdirektorin von Fürstenfeldbruck zu begrüßen. „Die Polizeifamilie hat heute die Justizfamilie zu Gast“, begrüßt Hoffmann die geladenen Gäste.
Die Stimmung im Churfürstensaal ist bei der Dichte an Juristen aus der bayerischen Justiz, der Rechtsanwälte und Notare, der Polizeibeamten sowie der vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Brucker Amtsgericht recht gelöst. Mittendrin Alexandra Körner, die seit Oktober vergangenen Jahres reichlich Zeit hatte, einzuarbeiten, sowie Klaus Brandhuber, der seit dem Sommer vergangenen Jahres die Pension genießen darf. Neun Jahre lang war er Direktor des Amtsgerichts und damit deutlich kürzer als sein Vorgänger Hellmut Onder, der 16 Jahre lange dem Amtsgericht vorstand. Brandhuber kam 2015 im Alter von 55 Jahren nach Fürstenfeldbruck. Zuvor war er Direktor der Hochschule für den öffentlichen Dienst, Fachbereich Rechtspflege, in Starnberg. In den Jahren davor war er am Landgericht München I und bei der Staatsanwaltschaft tätig, bevor er in den Ausschussdienst des bayerischen Landtags wechselte, und erneut Richter wurde. In Erinnerung bleiben wird Brandhuber seinen Mitarbeitenden nicht nur als Chef, sondern auch als Hundebesitzer, der zunächst mit Bella ins Amtsgericht kam und später mit Balduin.
Tierliebe zeichnet auch die leidenschaftliche Reiterin Alexandra Körner aus, mehr aber noch ihre Beurteilungen und den großen Respekt, den ihr der Präsident des bayerischen Verfassungsgerichtshofes und des Oberlandesgerichts München, Hans-Joachim Heßler, entgegenbrachte. Alexandra Körner ist Jahrgang 1978, wurde Nürnberg geboren und wuchs in Oberbayern auf. Nach dem Abitur in Icking (Kreis Bad Tölz/Wolfratshausen) studierte sie Jura in Augsburg und war nebenbei, wie Hans-Joachim Heßler anmerkte, bei einem privaten Fernsehsender für das Briefing von Talkgästen tätig. 2007 trat sie in die Staatsanwaltschaft Augsburg ein, wurde 2010 Strafrichterin und bereits ein Jahr später Ermittlungsrichterin. Sie sei eine leidenschaftliche Ermittlerin gewesen, die auch mal mit der Polizei durch die Augsburger Rotlichtszene gezogen sei, um die Verhältnisse kennenzulernen.
Einen Namen machte sich die Richterin, als sie nach einer Durchsuchungs- und Festnahmeaktion im sogenannten „Umsatzsteuerkarussell“ im Juli 2013 insgesamt 35 Haftbefehle an einem Tag ausstellte. Die Ermittlungen und Prozesse zogen sich zehn Jahre lange hin, es ging um einen Steuerbetrug im dreistelligen Millionenbereich. 2016 hatte sie mit organisierter Kriminalität und Rauschgiftkriminalität zu tun, ehe sie einige Jahre Abteilungsleiterin im bayerischen Justizministerium war und 2022 als Oberstaatsanwältin nach Augsburg zurückging. „Eine optimale Besetzung“, so Heßler. Die „absolute Spitzenkraft in der bayerischen Justiz“, zitierte Heßler aus der Beurteilung war danach wieder am Amtsgericht Augsburg, und wechselte im Herbst vergangenen Jahres nach Fürstenfeldbruck.

