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Jesenwang:Bekenntnis zum Windrad

Grünen-Politiker aller Ebenen unterstützen das Projekt

Ob sich das südlich von Jesenwang geplante Windrad mit Belangen des Umwelt- und Artenschutzes vereinbaren lässt, wird zurzeit geprüft. Die Grünen haben sich aber zumindest politisch bereits festgelegt. Sie begrüßen das Projekt, weil der Klimaschutz im Landkreis ohne die Windkraft kaum vorankommen kann. Entsprechende Signale kommen nun sowohl von den Kreisgrünen als auch von der zuständigen Grünen-Landtagsabgeordneten Gabriele Triebel aus Landsberg.

S4-Tag

Gabriele Triebel.

(Foto: Günther Reger)

Nachdem sich bereits die Grünen aus Grafrath, Kottgeisering, Moorenweis und Schöngeising klar zu dem Projekt bekannt haben, meldete sich jüngst also der Kreisverband zu Wort. "Die Energiewende im Landkreis kommt nur schleppend voran und ist nahezu zum Erliegen gekommen", hält Gina Merkl, Mitglied im Kreisvorstand, der Bürgerinitiative "Gegenwind Jesenwang" entgegen. Zumal sich der Standort sogar mit der von den Grünen eigentlich kritisch gesehenen 10 H-Regel vereinbaren lässt: Das knapp 200 Meter hohe Windrad soll den Strombedarf von 6139 Personen decken. "Die Ausbauoffensive der Erneuerbaren Energien ist überfällig, nur so können wir die Pariser Klimaziele noch versuchen einzuhalten", pflichtet Kreisverbandssprecher Andreas Birzele bei, der auf hohe Akzeptanz durch die Bürgerbeteiligung hofft.

Kreissprecher Andreas Birzele.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Die Informationsveranstaltung vor einer Woche vor dem Jesenwanger Feuerwehrhaus wertet die Abgeordnete Gabriele Triebel als Beleg, dass diese Hoffnung begründet ist, dass die regenerativen Energien ausgebaut werden können und gleichzeitig die Wertschöpfung weitgehend in der Region bleibt. Es sei "ein guter Schritt, um die Diskussion zu versachlichen". Sie ist zuversichtlich, dass das Windrad gebaut werden kann. "Nur durch den Ausbau der erneuerbaren Energien kann es uns gelingen, die Klimaziele von Paris, denen wir zugestimmt haben, zu erreichen und die Klimaerhitzung einzudämmen. Wir alle brauchen Energie, daher muss die Produktion auch dezentral und klimaneutral erfolgen.

© SZ vom 14.07.2020 / slg

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