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Jesenwang:Gewerbegebiet abgelehnt

Bei der Bauschuttdeponie des Landkreises wird es keine weitere Firmenansiedlung geben.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Landratsamt gegen Ansiedlung bei Bauschuttdeponie

Von Manfred Amann, Jesenwang

Die Anregung eines Bürgers aus Jesenwang, rund um die Bauschuttdeponie des Landkreises östlich des Dorfes an der Staatsstraße ein Gewerbegebiet zu entwickeln, ist aus Sicht des Landratsamtes nicht realisierbar. Der Gemeinderat wird die Anregung daher nicht weiter verfolgen. Ein weiteren Antrag des Bürgers, ein "Verkehrskonzept zur weitmöglichen Umleitung des Schwerlastverkehrs außerhalb des Ortes, insbesondere den des Kiesabbaus", zu erarbeiten, halten die Ratsmitglieder für prüfenswert. Beide Anträge waren zu der für den 6. November angesetzten Bürgerversammlung eingegangen. Da diese wegen Corona abgesagt wurde, hat Bürgermeister Erwin Fraunhofer (CSU) den Gemeinderat in der jüngsten Ratssitzung zur Diskussion gestellt.

Für ein Gewerbegebiet bei der Deponie führte der Bürger den Abstand zur Wohnbebauung und die bereits vorhandene Erschließung an. Überdies seien schon jetzt gewerbliche Betriebe dort, und auch der Landkreis weite seine Liegenschaften stetig aus. Da das Landschaftsbild durch die Deponie und die Kiesabbaugebiete ohnehin schon gestört sei, biete das Umfeld beste Voraussetzungen.

"Das Referat für räumliche Entwicklung im Landratsamt hält die dafür notwendige Änderung des Flächennutzungsplanes jedoch nicht für genehmigungsfähig", erklärte Fraunhofer. Die Ansiedlung von Gewerbe bei der Deponie widerspreche den Zielen der Raumordnung, insbesondere dem Anbindegebot, das im Landesentwicklungsplan festgeschrieben sei. Nicht auszuschließen ist laut dem Rathauschef auch, dass naturschutzfachliche Gründe entgegenstehen, da sich im Deponiebereich etliche Biotope und Rückzugsgebiete für seltene Tier- und Pflanzenarten befinden. "Auch Belange des Denkmalschutzes, zum Beispiel die Beeinträchtigung des freien Blicks auf Sankt Willibald, könnten berührt seien, so Fraunhofer.

Den Antrag, ein Konzept zur Umleitung des Schwerlastverkehrs zu entwickeln, begründete der Bürger unter anderem mit "Verbesserung der Lebensqualität durch Verringerung von Lärm, Staub und Abgasen sowie mit der Steigerung der Schulwegsicherheit, der Sicherheit für Radfahrer und für Sportler die zur Turnhalle wollen". Konkret will der Antragsteller geprüft haben, ob eventuell mit dem Bau einer neuen Straße im oder um das Mischgebiet am Hochweg der Schwerlastverkehr abgeleitet werden kann. "Die Erfahrungen während der Sperrung der Staatsstraße und der Römerstraße haben gezeigt, dass eine Umleitung möglich ist", erklärt der Jesenwanger. Überdies erklärt er, dass eine vorzeitige Ableitung die Haltbarkeit der Ortsstraßen deutlich verlängern würde. "Ein LKW schädigt eine Straße über 100000 Mal mehr als ein PKW", führt der Antragsteller zudem an und schlägt vor, für den Bau einer Umfahrung die Betreiber des Kiesabbaus an den Kosten zu beteiligen.

Um eine genaue Einschätzung vornehmen zu können, hat der Gemeinderat beschlossen, Angebote von Fachplanern einzuholen. Außerdem wird Bürgermeister Fraunhofer mit den Kiesabbau-Firmen darüber sprechen, den Schwerlastverkehr künftig nicht mehr durch Jesenwang fahren zu lassen, sondern so weit möglich außen rum.

© SZ vom 18.11.2020
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