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Internet in Olching:Warten auf die Datenautobahn

Breitbandausbau

Ein Leerrohrbündel mit Glasfaserkabeln, wie es von den Breitband-Versorgern verlegt wird. Vor allem in ländlichen Bereichen gibt es noch einen großen Nachholbedarf.

(Foto: Uli Deck/dpa)

Die Stadt will mit der Telekom erneut verhandeln, um den Breitbandausbau in bislang schlecht angebundenen Bereichen wie dem Graßlfinger Moos und Teilen Estings voranzubringen

Seit Jahren warten viele Olchinger auf eine bessere Internetverbindung. Der Breitbandausbau verzögerte sich zuletzt aufgrund eines überteuerten und fehlerhaften Angebots der Telekom. Nun hat der Netzbetreiber der Stadt ein neues Angebot gemacht, in dem die unstimmige Kalkulation korrigiert wurde. Damit verringert sich der verlangte Preis von 1,7 Millionen auf etwa 1,5 Millionen Euro. Der Kommune stehen nun drei Optionen offen: Das Angebot annehmen, es ablehnen und sich auf ein anderes Förderprogramm bewerben oder das Verfahren ganz einstellen.

Auf Empfehlung von Bürgermeister Andreas Magg hat der Stadtrat die Entscheidung darüber verschoben. Bevor man sich auf ein Vorgehen festlege, wolle man ein Gespräch mit der Telekom führen und weitere Optionen ausloten, erklärte Magg.

Das Verfahren zieht sich bereits seit 2017 hin. Damals erhielt die Stadt vom Freistaat die Zusage für ein Förderprogramm, das den Breitbandausbau in Gebieten mit wenig Internetleistung unterstützt. Dazu zählen unter anderem das Graßlfinger Moos und Teile Estings. 520 000 Euro Zuschuss sollte Olching vom Freistaat erhalten. Die Kommune wollte einen Eigenanteil von 130 000 Euro beisteuern. Bürger müssten dann noch etwa 800 Euro für den Hausanschluss zahlen. Ausgeschrieben wurde in zwei sogenannten Losen. Auf beide Lose gab nur die Telekom ein Angebot ab. Der Netzbetreiber verlangte jedoch 1,7 Millionen Euro für den Ausbau. Was die Stadt besonders irritierte: Die Lose addierten sich auf weniger als die verlangten 1,7 Millionen. Die Kommune wollte nachverhandeln, die Telekom lehnte ab. Nach einem offenen Brief des Bürgermeisters Ende August legte der Netzbetreiber schließlich doch das neue Angebot vor.

Nimmt Olching es an, könnte der Förderanteil des Freistaates um einen Höfebonus erhöht werden. Die Förderung würde dann statt 520 000 Euro knapp über eine Millionen Euro betragen. Der Höfebonus ist eine zusätzliche Förderung für besonders abgelegene Anlagen. In Ausnahmefällen kann er jedoch bereits im Zuge des üblichen Verfahrens vergeben werden. Dies müsse mit der Regierung abgestimmt werden. Sollte das gelingen, würde sich der Eigenanteil de Stadt von 130 000 Euro auf etwa 536 000 Euro erhöhen.

Alternativ könnte Olching das Angebot der Telekom nicht annehmen und sich stattdessen für ein Förderverfahren des Bundes bewerben. Dieser stellt insgesamt 30 Millionen Euro zur Förderung des Breitbandausbaus zur Verfügung. Auch eine Kombination der Mittel aus Bund und Freistaat ist möglich. Der Vorteil: Der Eigenanteil Olchings würde sich, bei einem ähnlichen Angebot, von etwa 536 000 Euro auf etwa 315 000 Euro reduzieren. Es besteht jedoch das Risiko, in einem neuen Verfahren überhaupt kein Angebot von Netzbetreibern mehr zu erhalten. Im Bundesverfahren seien diese zudem meist 30 Prozent teurer als im bayerischen Verfahren, heißt es von der Verwaltung. Der Zeit- und Dokumentationsaufwand für die Kommune wäre außerdem deutlich höher.

Als letzte Option steht es Olching offen, das Angebot abzulehnen und das Verfahren endgültig aufzuheben. Die Stadt könnte daraufhin prüfen, ob sie sich zum nächsten Förderaufruf erneut bewirbt, in der Hoffnung, bessere Angebote zu erhalten. Diese Möglichkeit debattierte der Stadtrat bereits im Mai. Dagegen hatten Bürger jedoch erfolgreich protestiert: Sie fürchteten, dass eine Aufhebung des Verfahrens den Ausbau um weitere Jahre verzögert.

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