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Initiative:Praktischer Umweltschutz

In Grafrath hat sich die Gruppe "Klimaaktiv vor Ort" gegründet

Von Manfred Amann, Grafrath

Die deutliche Reduktion des durch den Menschen verursachten Anteils am Treibhauseffekt gilt als eine der größten globalen Herausforderungen auf dem Gebiet des Umweltschutzes. Nach Ansicht einer Gruppe von besorgten Bürgern aus Grafrath und Kottgeisering kann jeder dazu beitragen, dass die von den meisten Wissenschaftlern prognostizierte "Klimakatastrophe" nicht eintritt. Ganz nach der an die Politik gerichteten Aufforderung des fernsehbekannten Astrophysikers, Naturphilosophen und Wissenschaftsjournalisten Harald Lesch "Fangt endlich an!" haben sich nun im Bürgerstadel in Grafrath mehr als 20 Interessierte zusammengeschlossen, um in Grafrath, Kottgeisering und Schöngeising die Notwendigkeit des Klimaschutzes mehr ins Bewusstsein der Bewohner zu bringen und mit Mitmach-Aktionen ein Umdenken in Richtung verantwortlichen Handelns zu erreichen.

Nach ausgiebiger Diskussion, die deutlich widerspiegelte, dass das Handeln im eigenen Umfeld im Vordergrund stehen soll, einigte man sich darauf, die Initiative "Klimaaktiv vor Ort" zu nennen und umgehend mit der ehrenamtlichen Arbeit zu beginnen. "Jetzt können wir so richtig loslegen", freute sich Monika Glammert-Zwölfer, die in Abwechslung mit Margarete Hascher-Kück den Gründungsabend moderierte. Der Start erfolgt in drei Arbeitskreisen, die sich auch gleich in Gruppenarbeit auf ihre ersten Schritte und Aktionen verständigten. Das Organisationsteam will "so schnell wie möglich" ein professionelles Informations- und Kommunikationsnetz aufbauen, damit eine interne Abstimmung optimal möglich ist und alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden können, die Öffentlichkeit über Aktionen, Erkenntnisse und Erfahrungen zu informieren. Eine eigene Webseite soll es ebenso geben wie Posts in soziale Medien, gedruckte Veröffentlichungen und Einladungen sowie Pressemitteilungen. Gelegentlich sollen zudem Veranstaltungen und Ausstellungen organisiert werden und regelmäßig wird ein Beitrag im Mitteilungsblatt angestrebt.

"Es geht zuerst einmal darum, in Grafrath und in den beiden anderen Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft etwas zu verändern", befand eine Aktivistin, man würde sich aber freuen und es auch unterstützen, wenn sich die Initiative herumsprechen würde und sich auch in anderen Kommunen entsprechende Aktionskreise bilden und "aufspringen" würden. Von Grafrath könnte also eine Bewegung ausgehen. Ein zweites Team will sich mit der Thematik Müllvermeidung auseinandersetzen und gezielt darauf hinwirken, dass beim Einkauf zum Beispiel mitgebrachte Verpackungen verwendet werden und nach Möglichkeit auf mit Plastik verpackte Lebensmittel nicht zugegriffen wird. Mit den Marktleitern habe man diesbezüglich schon Kontakt aufgenommen, sagte die Moderatorin. Als erste Aktion ist ein Workshop für Erwachsene und Kinder geplant, beim dem das Herstellen von Wachstüchern als Ersatz für Plastiktischdecken erlernt werden kann. Eine dritte Gruppe, die Klimagruppe, plant Mitmach-Aktionen wie "Fahr mit dem Rad zum Bahnhof" oder "Geh zu Fuß zur Schule". In der Fastenzeit soll auch zu einer Woche ohne Auto, ohne Plastik oder ohne abgepackte Lebensmittel aufgerufen werden. Die Initiative für "Klimaaktiv vor Ort" geht auf Maria Leitenstern-Gulden und Roger Struzena von der Gruppe Agenda 21 zurück und steht unter dem Tenor "Global denken, lokal handeln". Das nächste Treffen findet am Samstag, 12. Januar, statt. Mitmachen kann jeder. "Je mehr wir sind, desto schneller und effektiver werden unsere Aktionen Wirkung zeigen", so Glammert-Zwölfer.

© SZ vom 15.12.2018

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