Im Landkreis:Störungsfreie Fahrt der Elektroroller

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E-Scooterstellfläche Hauptstraße/Kirchstraße

Gegen wildes Parken: Für die E-Scooter hat die Stadt Fürstenfeldbruck bestimmte Stellen zum Abstellen ausgewiesen, etwa an der Ecke Haupt-/Kirchstraße.

(Foto: Stadt Fürstenfeldbruck)

140 Scooter können seit ein paar Wochen in vier Orten im Landkreis benutzt werden. Das Angebot für mehr Mobilität kommt an und bereitet Polizei wie Verwaltungen bisher so gut wie keine Probleme

Von Peter Bierl, Fürstenfeldbruck

Seit etwa sechs Wochen sind die Elektroroller der Firma Bird in den Städten des Landkreises im Einsatz und die befürchteten Probleme sind ausgeblieben. Weder musste die Polizei die Mietfahrzeuge aus der Amper fischen, noch haben sich viele darüber beschwert, dass die Scooter falsch geparkt sind und überall Wege versperren. Die Klagen bewegen sich "im einstelligen Bereich", berichtet Martin Imkeller von der ÖPNV-Stelle im Landratsamt. Aus dem Verkehr gezogen hat die Germeringer Polizei hingegen etliche private Roller, weil diese nicht versichert waren.

In Fürstenfeldbruck und Germering sind je 40 Elektroroller zugelassen, in Olching und Puchheim je 30. Allerdings seien in Germering meistens weniger im Einsatz, berichtet Roland Schmidt, der Leiter der Stadtwerke. Er hat bisher keine Klagen registriert, das Ordnungsamt berichtet von einer Beschwerde. In Fürstenfeldbruck standen Elektroroller in den ersten Tage gehäuft direkt am Zugang zur Bahnunterführung, sie wurden wohl von Pendlern genutzt.

Die Polizei hat in der Kreisstadt bislang lediglich einen Fahrer aufgehalten, der unter Drogen stand, und ein blinder Mann sei über einen parkenden E-Scooter gestolpert, berichtet Oliver Erhard, der Sachbearbeiter Verkehr. Die Olchinger Polizei verzeichnete bisher keine Fälle mit Elektrorollern. Lediglich ein Modell aus München steht in der Garage des Reviers, weil die Batterie leer ist. In Puchheim und Germering hat die Polizei bislang nur wenige negative Erfahrungen gesammelt, berichtet Andreas Jäger, stellvertretender Leiter der Inspektion.

Immer wieder allerdings halten die Beamten private Roller auf, die nicht versichert sind oder deren Versicherung abgelaufen ist. Ähnlich wie bei einem Mofa müssen Eigentümer diese für ihre E-Scooter jedes Jahr erneuern. "Viele fahren ohne Versicherung herum", berichtet Jäger. Weil die farbige Plakette fehlt, ist das für die Polizei leicht auszumachen.

Seit Ende Juni kann man in Bruck, Germering, Olching und Puchheim Elektroroller ausleihen. Man ordert die Gefährte mithilfe einer App auf dem Smartphone, das kostet einen Euro für das Einloggen und jeweils 19 Cent pro Minute Fahrzeit. Manche Kommunen sowie die Polizei sorgten sich im Vorfeld über wildes Parken, weswegen die Städte unter der Regie des Landratsamts eine Vereinbarung mit der Firma Bird abschlossen.

Darin wurde festgelegt, dass die Elektroroller an bestimmten Stellen nicht abgestellt werden dürfen. So sind etwa die Amperauen in Bruck und Olching tabu. Wer seinen E-Scooter an einer Stelle abstellt, wo dies nicht erlaubt ist, bei dem läuft die Miete weiter. Außerdem weisen die Kommunen geeignete Parkzonen aus. In Bruck hat die Stadt eine kleine Fläche an der Hauptstraße markiert. Die Stadtwerke in Germering, denen das Projekt dort untersteht, warten noch die Pilotphase von drei Monaten ab, ob das überhaupt notwendig ist. Denn die Ausweisung und Markierung kostet Geld.

Eine interessante Entdeckung haben die Planer schon gemacht. Die Elektroroller werden auch für längere Distanzen genutzt, etwa eine Fahrt von Olching nach Bruck, erzählt Imkeller. Inklusive der Gebühr für das Einloggen dürfte der Preis für die Strecke bei etwas sechs bis sieben Euro liegen. Der Germeringer Stadtwerke-Chef erwägt eine Testfahrt von Puchheim nach Germering. Wenn der Akku voll aufgeladen ist, haben die Fahrzeuge eine Reichweite von maximal etwa 20 Kilometer, vorausgesetzt der Weg enthält keine großen Steigungen.

Die Auswertung des Fahrverhaltens ist insofern wichtig, als die Elektroroller in das geplante Netz aus Mobilitätsstationen im Landkreis Fürstenfeldbruck integriert werden sollen. Insgesamt sind 68 Stationen an Bahnhöfen und Bushaltestellen vorgesehen, wo dann Fahrräder und teilweise auch Autos ausgeliehen werden können. Die ersten Stationen dieser Art sollen dann im Spätherbst 2022 eingerichtet werden und in Betrieb gehen.

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