Germering Ausbau der Golfanlage stößt auf Skepsis

"Komplett voll" ist der Golfplatz in Germering. Nun will der Betreiber die Anlage erweitern. Doch im Bauausschuss gibt es erhebliche Vorbehalte gegen das Projekt.

Von Andreas Ostermeier

Gegen die Pläne für eine Erweiterung der Golfanlage in Germering gibt es zahlreiche Bedenken. Das wurde in der Sitzung des Bauausschusses am Donnerstag deutlich. Dennoch soll das Projekt weiterhin verfolgt werden. Vor der Diskussion der Stadträte stellte der Betreiber den Entwurf für einen zweiten Neun-Loch-Platz neben der jetzigen Anlage vor.

In Wunschrichtung: Andreas Gürtner, Leiter der Golf-Anlage beim Abschlag aufs Erweiterungsgelände.

(Foto: region.ffb)

Vor allem den großen Zuspruch, den die Golfanlage in Germering findet, nimmt der Betreiber als Grund für seinen Wunsch nach Erweiterung. Jan Rummel, für die Projektentwicklung zuständig, sagte in der Sitzung des Bauausschusses, die Golfanlage sei "komplett voll". Mehr als 700 Mitglieder hat die Golf-Range und damit mehr, als ein Neun-Loch-Platz vertragen kann. Zudem kommen nach Rummels Aussage auch Tausende Gäste, um auf der Übungswiese zu spielen. Deshalb möchte der Betreiber das Gelände nach Westen bis hin zu den Bahngleisen ausweiten und eine zweite Neun-Loch-Anlage unterbringen.

SPD-Stadträtin Tinka Cathrin Rausch gab sich als Golferin zu erkennen und setzte sich für eine Erweiterung ein. Der Golfplatz werde "gut angenommen" und koste die Stadt nichts, sagte sie. Zudem sei er "schöner als ein Acker". Ihre Begeisterung teilten die übrigen Ratsmitglieder allerdings nicht. Claudia Wiedemann (CSU) äußerte Bedenken, dass der Verkehr im Starnberger Weg stark zunehmen könne und der vom Betreiber vorgestellte Entwurf zu wenig weitere Parkplätze vorsehe. Sibylle Nottebohm (Grüne) wollte wissen, was mit den Ausgleichsflächen ist.

Josef Huber (FWG/UBG) und Alfred Streicher (ÖDP/Parteifreie) machten ihre Ablehnung des Projekts klar. Huber sprach von einem "kolossalen Verkehrsaufkommen" in der Gegend um den Golfplatz, schließlich befänden sich dort auch das Freibad und die Kleingartenanlage: "Ginge es nach mir, wäre der Platz heute noch nicht da." Streicher sagte, die von der Stadt gepachtete Fläche, auf der sich der Golfplatz befindet, sollte nicht dauerhaft belegt werden, weil die Stadt sie noch brauchen könne.

Oberbürgermeister Andreas Haas (CSU) versicherte den Ratsmitgliedern, dass ihre Bedenken sämtlich geprüft werden, wenn ein Bebauungsplan aufgestellt werde. Haas betonte auch, dass für den bereits bestehenden Platz noch Ausgleichsflächen nötig seien.

Kritik am kahlen Platz

Diese will der Betreiber auf dem zusätzlichen Gelände unterbringen. Rummel versicherte den Stadträten zudem, dass die Pachtverträge für das zusätzliche Gelände an die Fristen der Abmachung mit der Stadt gebunden sein werden. Wenn Germering den Vertrag kündige, dann fehlten der Golf-Range Parkplatz, Caddyhalle und Restaurant, so dass ein weiterer Betrieb des zweiten Platzes auch nicht mehr möglich sei, sagte Rummel. Auch was die Anzahl der Parkplätze angeht, versuchte der Projektmanager die Bedenken der Kommunalpolitiker zu zerstreuen. Ein zweiter Platz bedeutet seinen Worten nach nicht, dass doppelt so viele Personen zum Golfen kommen. Maximal 48 Spieler könnten einen Neun-Loch-Platz gleichzeitig nutzen, sagte er.

Das neue Gelände soll wie das alte bepflanzt werden. Einwänden, der Platz sehe etwas kahl aus, begegneten Rummel und Landschaftsarchitekt Stefan Kreissig mit dem Hinweis, die Bäume und Sträucher seien noch jung - der Platz ist erst vor zwei Jahren eröffnet worden. Daher dauere es noch, bis sie ihre richtige Größe erreichten.

Die Stadtverwaltung soll nun einen Bebauungsplanentwurf für einen vergrößerten Golfplatz erarbeiten. Dafür stimmten acht Stadträte und der Oberbürgermeister. Dagegen votierten vier Ratsmitglieder.