Manchmal muss man sich etwas nur fest genug einreden, um eine Selbstheilung anzustoßen (auch gut: Handauflegen oder Globuli). Städten und Gemeinden bleibt ein solches Happy End freilich verwehrt: Tiefrote Zahlen und steigende Pro-Kopf-Verschuldung lassen sich nicht kleinreden. Da kann der Stadtratsstuhlkreis noch so extrovertiert sein.
Fürstenfeldbruck setzt bei der Haushaltskonsolidierung denn auch lieber auf bewährte Hausmittel: Der Fachausschuss hat dem Stadtrat am Dienstag die moderate Anhebung der Hundesteuer empfohlen. 65 Euro (bisher 48) dürften demnach in der Regel für den „Ersthund“ fällig sein, 100 Euro (72) für jedes weitere Zamperl und 1000 Euro (996) für Kampfhunde. Die Einnahmen für die fast 1600 in der Stadt gemeldeten Vierbeiner steigen der Prognose zufolge dann von 79 382,40 Euro auf etwa 110 000 Euro.
Der Anteil der Hundesteuer am gesamten Steueraufkommen kommt dadurch aber kaum über homöopathische 0,1 Prozent hinaus. Den Doppelhaushalt 2026/2027 kann die Hundesteuer also nicht retten, die zu erwartende Millionenlücke nicht schließen. Man müsste schon den Doppelwumms des Bundes anzapfen, um den Stadtsäckel mit nennenswerten Summen aufzufüllen. Oder bis über die Schmerzgrenze sparen. Oder auf ein Wunder hoffen.
Ähnlich prekäre Lage in Germering. Die Stadt wird bis 2028 wohl einen Schuldenberg von 78 Millionen Euro aufhäufen – vor allem wegen der überfälligen Investitionen in Schulen und Kitas. Pflichtaufgaben für jede Kommune. In der Haushaltsrede hat CSU-Fraktionschef Oliver Simon es im Frühjahr auf den Punkt gebracht: „Das Geld fließt uns wie bei Pumuckl durch die Hände.“

Germerings Oberbürgermeister Andreas Haas (CSU) scheint der Glaube an ein märchenhaftes Happy End nicht abhandenzukommen. Im November kommt er wieder in die Bücherei Sankt Martin. Er liest aus einem Buch, das für Kinder aller Altersstufen gleichermaßen interessant ist „und auch Erwachsene anspricht“, wie das Bücherei-Team verkündet. Vielleicht sollte auch der Germeringer Kämmerer die Ohren spitzen. Der für klamme Kommunen verheißungsvolle Titel des Janosch-Buchs: „Komm, wir finden einen Schatz!“ Der Lesung folgt eine gemeinsame Schatzsuche. Immer noch besser, als sich zurückzulehnen und auf ein Wunder zu warten. Und aussichtsreicher als Autosuggestion, Handauflegen oder Globuli.
Oberbürgermeister Andreas Haas liest am Freitag, 14. November, von 16 Uhr an in der Bücherei Sankt Martin (Marquartweg 6) aus Janoschs Buch „Komm, wir finden einen Schatz“ vor; anschließend Gesprächsmöglichkeit; Eintritt frei.

