Hauptversammlung Allinger CSU steht vor Neuanfang

Hilfe aus dem Bundestag: Katrin Staffler (Zweite von rechts) leitete die Wahl des neuen Vorstands (von links): Erich Heinz, Josef Günther, Gabriele Loistl, Josef Strouhal, Frederik Röder und Thomas Muderlak.

(Foto: Günther Reger)

Bürgermeister Röder kandidiert nicht mehr, sein Stellvertreter hat die Partei verlassen. Kontinuität gibt nur die Wiederwahl des Ortsvorsitzenden Josef Strouhal

Von Manfred Amann, Alling

Der Vorstand des CSU-Ortsverbandes hat den Parteiaustritt des langjährigen Mitglieds und Gemeinderats, Hans Schröder, offensichtlich aufgearbeitet. Der Streit zwischen Bürgermeister Frederik Röder und seinem Stellvertreter habe im Vorstand zu heftigen Diskussionen geführt, nun aber müsse man nach vorne schauen, befand Josef Strouhal, der auf der Mitgliederversammlung am Freitag für weitere drei Jahre zum Vorsitzenden der Allinger CSU gewählt wurde. Der Vorfall sei bedauerlich, habe aber den Vorstand nicht entzweit, sondern eher zusammengeschweißt.

Ein Mitglied aus Biburg wollte jedoch "genauer wissen", wie es zu Schröders Austritt kam. Schon seit Längerem sei bekannt gewesen, dass Schröder mit Röders Politik nicht mehr einverstanden ist. Der Vorstand habe sich mehrmals bemüht, wenigstens bis zum Ende der Wahlperiode Ruhe reinzubringen. Dies habe aber nicht gefruchtet, weil der Vizebürgermeister eigenen Worten nach mit Röder nicht mehr an einem Tisch habe sitzen wollen. "Mit dem rede ich kein Wort mehr", sei dessen Aussage gewesen, erklärte Strouhal. Dass er dann aus der Fraktion ausgeschlossen worden sei, hätten die CSU-Gemeinderäte beschlossen, nicht der Vorstand des Ortsverbands. Schröders Parteiaustritt könne man als "logische Konsequenz" ansehen, meinte Strouhal. Insgesamt betrachtet sei anzunehmen, dass Schröder Bürgermeister werden wolle und, weil damals noch nicht klar gewesen sei, dass Röder nicht mehr für das Amt kandidieren werde, der CSU den Rücken gekehrt habe, um rechtzeitig mit der Gründung der Wählergruppe Allinger Bürgervereinigung (ABV) die Weichen dafür zu stellen, dass er bei den Kommunalwahlen 2020 kandieren kann.

Auf die Frage eines Besuchers, ob es denn möglich sei, dass CSU-Mitglieder auf der ABV-Liste für den Gemeinderat kandidieren könnten, antwortete Strouhal mit einem klaren "Nein". Auf den Einwand, dass dies nicht ganz richtig sein könne, weil zum Beispiel das CSU-Mitglied Stefan Joachimsthaler über die Liste der Dorfgemeinschaft Biburg-Holzhausen in den Gemeinderat gewählt worden sei, sagte der Vorsitzende, dass dies vom Vorstand ausdrücklich unterstützt worden sei. "Einer Kandidatur von CSU-Mitgliedern auf der ABV-Liste werden wir aber nicht zustimmen", fügte er an. Wer dies aber trotzdem anstrebe, könne versuchen, über den CSU-Kreisverband eine Genehmigung einzuholen. "Wenn es der Kreisvorstand erlaubt, können wir nichts tun", sagte der Vorsitzende.

Angesprochen wurde auch, dass es nun höchste Zeit sei, die Kandidatenliste für die Kommunalwahl aufzustellen und einen Kandidaten für das Bürgermeisteramt zu finden. "Darüber sind schon Gespräche geführt worden und wir werden auf jeden Fall einen Bürgermeisterkandidaten bringen", versprach Strouhal. Einen Namen nannte er jedoch nicht. Da Bürgermeister Röder im Rahmen der Darstellung der aktuellen Vorhaben in der Gemeinde von einem weiblichen oder männlichen Nachfolger gesprochen hatte, folgerte ein Besucher: "Es kann also auch eine Frau werden, aber welche?"

Vor rund 30 von knapp 80 CSU-Mitgliedern präsentierten Röder und Hermann Dejako Eckpunkte des aktuellen Gemeindeetats und gaben einen Ausblick in ein "Jahr mit Herausforderungen". In den Vorstand gewählt wurden als Stellvertreter Erich Heinz, Röder und Gabi Loistl. Schriftführer wurde Josef Günther. Schwierig war es, einen Schatzmeister zu finden. Auf Vorschlag von Röder und durch gutes Zureden durch die Bundestagsabgeordnete und Wahlleiterin Katrin Staffler erklärte sich schließlich Thomas Muderlak dazu bereit. Zu Beisitzern wurden Joachimsthaler, Max Leitl, Rolf Schröder, Gerhard Strunz, Uwe Wieland, Josef Strobl und Antonio Ferao gewählt.