HattenhofenFotograf des Haspelmoors

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Sonderbare Stimmung, sonderbare Farben: das Haspelmoor.
Sonderbare Stimmung, sonderbare Farben: das Haspelmoor. Robert Hoiss

Der Mammendorfer Robert Hoiss ist regelmäßig unterwegs in der Sumpflandschaft und macht Aufnahmen von Pflanzen und Tieren. Einige Bilder zeigt er gerade in einer Ausstellung.

Von Manfred Amann, Hattenhofen

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Wenn sich in der Frühe die ersten Sonnenstrahlen in den Tröpfchen brechen, die der Morgentau auf die Gräser gelegt hat, oder wenn die orange- bis tiefrote Abendsonne ihre letzten Schatten wirft, liegt über dem Haspelmoor eine ruhige, wunderbare, zuweilen sogar eine sonderbare Stimmung. Dies zu erleben und dabei zu erkennen, wie sich die Vielfalt an Pflanzen, Insekten und Tieren hier wohlfühlt, ist für Robert Hoiss immer wieder aufs Neue ein Erlebnis.

Selbstbildnis vor grüner Natur.
Selbstbildnis vor grüner Natur. Robert Hoiss

Seit gut 20 Jahren zieht es den in Mammendorf lebenden Naturfotografen ins Haspelmoor und in das nördlich der Bahnlinie liegende Rote Moos, um bestechend schöne Motive zu fotografieren. 70 seiner beeindruckenden Bilder hat der 65-Jährige großformatig auf hochwertiges Barytpapier oder auf Alu-Dipond-Verbundmaterial gedruckt und diese für den Verein Lebensraum Haspelmoor in einer Ausstellung "Naturjuwel Haspelmoor" arrangiert. "Die Bedeutung von Sumpflandschaften wie dem Haspelmoor als CO2-Speicher ist im Zuge der Diskussionen über den Klimawandel stark ins Bewusstsein gerückt, sagt Hoiss.

Blick fürs Detail: Aufnahme einer Zwerglibelle.
Blick fürs Detail: Aufnahme einer Zwerglibelle. Robert Hoiss

Nicht minder wertvoll seien die Moor-Landschaften jedoch als Rückzugsgebiet für seltene Tiere, Pflanzen und Insekten. Die Ausstellung im Obergeschoss des Feuerwehrhauses in Hattenhofen liefert dafür viele Belege. Manche Bilder sollen jedoch nicht nur dokumentieren, sondern einen anderen, ungewohnten Blickwinkel ermöglichen. "Dies gelingt durch eine künstlerische Bearbeitung der Bilder oder durch Einstellungen der Spiegelreflexkamera wie zum Beispiel Belichtungszeit oder Schärfentiefe", erzählt er vor einem Makro-Foto, das die Struktur und die Farbenvielfalt eines Schmetterlingsflügels zeigt. Eindrucksvoll sind die Bilder, die das aus einem Schmelzwassersee der Risseiszeit hervorgegangene Moor, die Schattenwürfe und die Lichtspiegelungen in den kleinen Tümpeln und im Russengraben zu verschiedenen Tages- und Jahreszeiten zeigen.

Viel Rot: Bild von einem Sonnentau.
Viel Rot: Bild von einem Sonnentau. Robert Hoiss

Nahezu mystisch wirken auf einem Bild die "Bulten", im Volksmund auch Graswasen genannt, über denen in einem Tümpel Mücken tanzen. Einige Aufnahmen seien durch Zufall entstanden, erzählt Hoiss und zeigt auf ein Foto mit einem Wanderfalken, der sich mit gespreizten Krallen gegen einen Mäusebussard wehrt, der ihm eine geschlagene Ente als Futter neidet. Der passionierte Fotograf ist Mitglied im Foto- und Filmclub Fürstenfeldbruck, in der Fotoabteilung des Deutschen Alpenvereins, gehört der Fotogruppe Mammendorf an und ist Vollmitglied der Gesellschaft für Naturfotografie GDT.

Von Beruf ist Hoiss IT-Organisator und Administrator, das Fotografieren hat er sich selbst beigebracht. Fotografieren ist für ihn wie "Schreiben mit Licht", er möchte nicht nur ablichten, sondern interpretieren und Motive in Szene setzen. "Dazu braucht man viel Geduld und einen Blick für das Wesentliche", erzählt er, der zwar, hauptsächlich "vor der Haustüre" nach Motiven sucht, aber auch an Amper, Maisach, Lech oder Würm die Natur durchstreift. Auch im Bayerischen Wald, in den Alpen oder in Island oder Namibia, überall findet Hoiss seine oft ausgefallenen Motive.

Sonne und Wolken: Eindruck vom Haspelmoor.
Sonne und Wolken: Eindruck vom Haspelmoor. Robert Hoiss

"Um zum Beispiel Feldlerchen, Kreuzottern oder Libellen in besonderer Haltung festhalten zu können, muss man sich manchmal wie ein Jäger anpirschen und ganz egal ob frostig, heiß oder von Schnaken geplagt, ausharren können", verrät er. Hoiss zeigt seine Bilder in Internetgalerien, Broschüren, bei Vorträgen oder in live kommentierten Multivisionsschauen. Im Jahr 2018 lieferte er als Co-Autor die Bilder für das von Toni Drexler herausgegebene Buch:"Das Haspelmoor - Geschichte(n) einer Landschaft und ihrer Bewohner". Ebenso überließ er Fotos für das 2020 erschienene Buch "Wilde Isar", das von der GDT-Regionalgruppe München/Südbayern aufgelegt wurde. Die Ausstellung ist noch an den Wochenenden 16./17. und 23./24. Juli jeweils von 13 bis 18 Uhr geöffnet, am Sonntag, 24. Juli, nur bis 16 Uhr.

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