Kommunalpolitik:Allinger Rachefeldzügchen

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Kommunalpolitik: Hans Friedl sorgt mit einem Antrag im Allinger Gemeinderat für Ärger.

Hans Friedl sorgt mit einem Antrag im Allinger Gemeinderat für Ärger.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Der Fraktionsvorsitzende der Bürgervereinigung wirft dem Zweiten Bürgermeister Hans Friedl Mobbing gegen die Partnerschaftsreferentin vor.

Von Gerhard Eisenkolb, Alling

Der Fraktionsvorsitzende der Allinger Bürgervereinigung (ABV), Hans Schröder, bezichtigt den Zweiten Bürgermeister Hans Friedl (FW) in einer Pressemitteilung, Mobbing und einen Rachefeldzug gegen seine Fraktionskollegin Simone Stenzer zu betreiben. Stenzer ist die Kultur- und Partnerschaftsreferentin der Gemeinde. Mit den Vorwürfen reagiert Schröder auf den in der jüngsten Sitzung mit neun gegen sieben Stimmen gefassten Gemeinderatsbeschluss, Brigitte Naßl als "Lannach-Beauftragte" zu installieren. Lannach in Österreich ist Allings einzige Partnergemeinde. Mit dem Beschluss wurde laut Schröder die Partnerschaftsreferentin entmachtet und der ehemaligen FW-Gemeinderätin und Partnerschaftsreferentin Naßl wieder die Zuständigkeit für die Österreichkontakte übertragen.

Auch wegen dieser verwickelten Zusammenhänge spricht Schröder von einem "moralisch verwerflichen Antrag" Friedls. Der FW-Politiker leitete die Personal-Rochade in die Wege. In der Begründung des Antrags wird Stenzer laut Schröder unterstellt, ihren Aufgaben nicht gerecht zu werden. Friedl weist dies als unbegründet zurück. Auf SZ-Anfrage erklärt er, Stenzer bleibe Kultur- und Partnerschaftsreferentin. Man habe lediglich die in der Gemeindeordnung vorgesehene Möglichkeit genutzt, Ehrenamtliche mit gewissen Aufgaben zu beauftragen. Alling brauche eine Frau, die sich kümmere. Das sei Naßl, die beim Franziskusmarkt seit 20 Jahren am Brezenstand der Allinger Veteranen vertreten ist. Allerdings hatte sie bei der Kommunalwahl 2020 nicht genug Stimmen für einen Wiedereinzug in den Gemeinderat erhalten und damit auch ihr Referat verloren.

Aber die Angelegenheit ist noch verzwickter. So gehörte Stenzer der FW-Fraktion an, bis sie vor einiger Zeit im Streit mit Friedl ausschied und zur Bürgervereinigung wechselte. Inwieweit das für die Kontroverse eine Rolle spielt, sprechen die Kontrahenten nicht an. Auslöser der Auseinandersetzung war Stenzers Abwesenheit beim Franziskusmarkt im Oktober im steierischen Lannach, einem Marktsonntag mit Allinger Beteiligung. Laut Schröder sei Stenzer wegen einer Knieoperation verhindert gewesen, was Friedl bestreitet. Nach dessen Version soll die Partnerschaftsreferentin in der fraglichen Zeit bei einem Seniorenausflug gewesen und erst anschließend operiert worden sein.

Diesen Widerspruch löst die Betroffene auf SZ-Anfrage auf. Stenzer begründet ihre Abwesenheit mit Vorbereitungen auf die Operation bei einem Kliniktermin am Samstag während des Lannach-Aufenthalts. Operiert worden sei sie erst nach der Rückkehr von der von ihr organisierten Senioren-Busreise. Die Spekulationen über ihren Gesundheitszustand bezeichnet sie als abenteuerlich und unwürdig. Bis zum Antrag von Friedl habe sie nicht gewusst, "dass ein Referent nicht krank sein darf, immer zur Verfügung stehen muss und trotzdem über Anträge, die sein Ressort betreffen, nicht informiert werden muss". Im Übrigen amüsiere es sie, dass ein solches Thema für einen Landtagsabgeordneten einen so hohen Stellwert habe. Um zu ergänzen: "Da werde doch kein persönlicher, politischer oder verwandtschaftlicher Zusammenhang dahinterstecken?" Sie bleibe Referentin für Kultur und Gemeindepartnerschaft, und Brigitte Naßl könne ihr zuarbeiten.

In diesem Frühjahr zogen die Auseinandersetzungen um ein Bürgerbegehren zum Bau eines Kinderhauses erhebliche Spannungen im Dorf und im Gemeinderat nach sich. Laut Friedl arbeitete der Gemeinderat bis zum Bürgerbegehren einvernehmlich zusammen. Er wolle nicht, dass der Streit um das Begehren zu einem dauerhaften Konflikt im Gemeinderat führe.

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