Handwerk in Fürstenfeldbruck:Von Campingspüle bis "Brettstapel 2.0"

FÜRSTENFELDBRUCK: Wettbewerb: Die Gute Form der Schreinerinnung

Juryvorsitzender Hans Aumüller (vorne) erläutert (von links) Ehrenmeister Eugen Drexler, Harald Volkwein und Markus Droth die Finessen eines Schreibtischs.

(Foto: Leonhard Simon)

Die mit zehn Experten besetzte Jury äußert sich beeindruckt über die hohe Qualität beim Gestaltungswettbewerb "Die gute Form - Schreiner gestalten ihr Gesellenstück". Die Sieger werden im September gekürt

Von Manfred Amann, Fürstenfeldbruck

Schreiner ist einer der begehrtesten Handwerksberufe. Vielleicht unter anderem deswegen, weil man sich bei der Herstellung zum Beispiel von Möbelstücken ein wenig selbst verwirklichen kann. Exemplarisch dafür stehen auch in diesem Jahr wieder die Gesellenstücke, die am Samstag im neuen Berufsschul-Gebäude von einer zehnköpfigen Jury nach den Kriterien des bundesweiten Gestaltungswettbewerbes "Die gute Form - Schreiner gestalten ihr Gesellenstück" begutachtet und bewertet wurden.

Ziel des Wettbewerbes ist es, die Gestaltung im Schreinerhandwerk in den Vordergrund zu rücken. Wie Innungsobermeister Andreas Obermaier erläuterte, galt es, die von neun Berufsschulabgängern, drei davon Frauen, geschaffenen Möbel hinsichtlich Idee, Form und Optik sowie Nutzbarkeit und fachmännische Ausführung zu beurteilen. Der Jury gehörten Oberbürgermeister Erich Raff und Bezirksrat Michael Schanderl ebenso an wie die Ehrenmeister der Innung, Florian Ullmer und Eugen Drexler, Stadtrat Markus Droth, Kreishandwerksmeister Franz Höfelsauer, Architekt Herbert Steinbrecher, Johann Buchfellner von der Sparkasse, Christine Hattensperger vom Gasthof Eberl in Hattenhofen und Ex-Kreishandwerksmeister und Ex-Obermeister Harald Volkwein.

Vorgestellt wurden die Werkstücke vom Vorsitzenden des Prüfungsausschusses, Schreinermeister Hans Aumüller. Zu bewerten waren ein Sideboard als Raumteiler, eine Spielebox, ein Fernsehschrank, ein Hochboard, eine mobile Campingspüle, Schreibtische, eine Polsterbank "Stofferl" und ein "Brettstapel 2.0" als Sekretär. Die Wahl der Materialien und die Umsetzung per Planzeichnung waren vorab zur Genehmigung eingereicht worden. Bei den Arbeiten mussten Vorgaben wie klassische Verzapfungen oder Holz- auf Holz-Schubladenführungen erfüllt werden, um damit den Lernerfolg zu dokumentieren.

Die Gesellenstücke machen auch deutlich, dass im Schreinerhandwerk längst nicht nur mit Holz gearbeitet wird. Eine Vielzahl von Werkstoffen wie Glas, Metall, Stein und verschiedene Kunststoffe ergänzen die Materialpalette, um die unterschiedlichsten Kundenwünsche erfüllen zu können. "Es ist nicht einfach, sich zu entscheiden, denn interessant, sauber und präzise gearbeitet und gefällig sind alle Objekte", befand Raff. An welches Möbelstück letztlich wie viele Punkte vergeben wurden, ist noch geheim. "Das Ergebnis wird erst bei der Freisprechung öffentlich gemacht, die voraussichtlich am 14, September gefeiert wird" erklärte Obermaier. Auf die Sieger warten attraktive Preise. Regionale Innungssieger qualifizieren sich nämlich für den Landes- und vielleicht auch für den Bundeswettbewerb, deren Gewinner wiederum ihre Werke auf Fachmessen ausstellen dürfen. Die Sieger werden zudem ins Begabtenförderungsprogramm aufgenommen. Volkwein führte dazu aus, dass Schreiner im Landkreis bei überregionalen Wettbewerben "in der ersten Liga mitspielen". So seien zum Beispiel die Schreinereien Aumüller (Egenhofen) und Brugglehner (Jesenwang) erst kürzlich im Wettbewerb "Holz aus Bayern" von Forstministerin Michaela Kaniber auf der Landesgartenschau in Lindau mit Bestpreisen ausgezeichnet worden.

© SZ vom 30.07.2021
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