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Handel:Durchwachsene Bilanz

Das Weihnachtsgeschäft wird von den Einzelhändlern unterschiedlich bewertet. Einigen verhilft winterliches Wetter zu einem guten Ergebnis, anderen macht die Konkurrenz des Einkaufens über das Internet zu schaffen

Das Weihnachtsgeschäft im Landkreis zeigt Licht- und Schattenseiten. Eine Umfrage unter den Einzelhändlern erbrachte kurz vor den Feiertagen eine durchwachsene Bilanz. Das Geschäft sei nicht mehr so wie früher, hieß es des Öfteren. Das Einkaufen übers Internet macht den Geschäften zunehmend Konkurrenz. Nach wie vor sind einige Branchen auch vom Wetter abhängig, ob es schneit und kalt ist oder nicht, das spiegelt sich an den Einnahmen in der Ladenkasse wider. Und dann fehlte in diesem Jahr Heiligabend als letzter Tag, an dem Präsente erworben werden konnten.

Um das Last-Minute-Geschäft noch mitnehmen zu können, hielten einige Läden ihre Türen am Samstagabend noch offen. Die Kunden sollten bis zuletzt noch besorgen können, was sie unter den Weihnachtsbaum legen wollten. Die Germeringer Buchhändlerin Katrin Schmidt begründete die erweiterten Öffnungszeiten am Samstag: "Man unterschätzt, wie viele Leute am 24. einkaufen." Weil das nicht möglich war, setzte sie auf einen langen Samstag. Das Weihnachtsgeschäft bis dahin kommentierte sie mit den Worten, es biete den vergangenen Jahren "Paroli". Ähnlich äußerte sich Claudia Greb vom Juweliergeschäft Bärmann in Fürstenfeldbruck. Das Geschäft könnte besser gehen, sagte sie. Ähnlich fiel die Bewertung von Daniel Pech aus, dem Leiter der Sonnenbild-Filiale in Fürstenfeldbruck. Das Unternehmen erstellt unter anderem Fotokalender, Poster und Fotobücher. Das Geschäft mit solchen Artikeln bezeichnete Pech als "schleppend".

Besser haben es in diesem Jahr die Branchen getroffen, für die das Wetter eine Rolle spielt. Denn im Dezember gab es Kälte und auch Schnee. Deshalb kauften Kunden Mützen, Schals, Handschuhe und warme Jacken. Christoph Ganz vom Sportgeschäft Pofandt in Germering nannte das Weihnachtsgeschäft deshalb auch "ganz gut". Im vergangenen Jahr gingen die genannten Artikel schlechter, weil es für die Jahreszeit zu warm gewesen ist. Ganz ähnlich fällt auch die Bilanz von Frank Röhner aus, Geschäftsführer des Brucker Modehauses Fuchsweber. Er sei zufrieden, sagte Röhner, das Geschäft sei etwas besser gewesen als im vergangenen Jahr. Als Grund nannte auch Röhner das Wetter. Die Kälte habe dem Modehaus "in die Karten gespielt".

Unabhängig vom Wetter ist der Verkauf von Parfümerieartikeln. Otmar Nöth, Inhaber der gleichnamigen Parfümerie in Olching sowie weiterer Filialen in Fürstenfeldbruck, Germering und Gröbenzell, zog eine positive Bilanz des Geschäfts in den Adventswochen: "Alles gut in allen Filialen", sagte der Inhaber. Sehr gefragt bei den Kunden war seinen Worten nach auch ein Weihnachtsduft von Bulgari. Auch Renate Magg, Inhaberin des gleichnamigen Spielwarengeschäfts in Germering, zeigte sich zufrieden: "Heuer schaut es sehr gut aus." Vor allem Figuren von Playmobil und Schleich sowie Spiele für Familien und Puzzles für kleine Kinder würden viel gekauft, sagte sie.

Die Ursache für geringere Umsätze sehen Geschäftsleute vor allem in der Konkurrenz durch den Internethandel. Per Computer werden Bücher, Kleidung oder Spielwaren bestellt. Auch Fotobücher lassen sich am heimischen PC erstellen und per Knopfdruck an eine Firma schicken, die das Buch druckt. Selbst Schmuck wird laut Greb vom Juwelier Bärmann in Fürstenfeldbruck oftmals im Internet geordert, oder in großen Einkaufszentren erworben.

Um diesen Trends entgegenzuwirken, lassen sich Geschäftsleute im Landkreis Fürstenfeldbruck aber auch etwas einfallen. Schmidt von der Germeringer Buchhandlung "Lesezeichen" machte ihren Kunden an Heiligabend ein Online-Angebot. Weil der Laden nicht offen hatte, bot sie auf der Homepage die Möglichkeit, Büchergutscheine zu erwerben und auszudrucken, so dass diese doch noch unter den Christbaum gelegt werden konnten. Bisweilen aber hilft auch die ältere Kundschaft. Renate Magg erzählte, dass in ihr Germeringer Spielwarengeschäft Omas und Opas gekommen seien, in der Hand einen Wunschzettel vom Enkel oder der Enkelin. Diese hatten aufgeschrieben, was sie sich zu Weihnachten wünschen, die Großeltern hatten im Internet den betreffenden Artikel gesucht und dann bei ihr im Laden bestellt.

© SZ vom 27.12.2017
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