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Halbzeitbilanz:Was noch zu tun ist

Olching: SPD Olching - Kommunale Halbzeit / PK im GH Haderecker

Stolz auf ihre Erfolge (von links): Dritter Bürgermeister Fritz Botzenhardt, Finanzreferentin Marina Freudenstein, Stadtentwicklungsreferent Alfred Münch, Bürgermeister Andreas Magg und SPD-Ortschef Ulrich Steck.

(Foto: Johannes Simon)

Die Olchinger SPD fasst schon mal die bisherigen Erfolge unter ihrem Bürgermeister Andreas Magg zusammen. Zu ihren Forderungen und Wünschen gehören die Verkehrsentlastung und bezahlbarer Wohnraum

Von Julia Bergmann, Olching

Es ist Halbzeit im rot regierten Olching. Ein Umstand, den sich die SPD zum Anlass genommen hat, auf Wahlversprechen und deren Umsetzung zurückzublicken. "Gesagt - getan" lautet der Titel der Broschüre, die jedem Olchinger Haushalt vor Kurzem zugestellt wurde. Die wichtigsten Eckpunkte daraus erläuterten unter anderem Bürgermeister Andreas Magg und Finanzreferentin Marina Freudenstein bei einer Pressekonferenz. Dabei verdeutlichten sie, dass viele der großen Projekte unter sozialdemokratischer Regie verwirklicht worden seien. Ausgerechnet in einem der roten Kernbereiche sieht die Partei aber Nachholbedarf: bei der Schaffung bezahlbaren Wohnraums.

Zu den drei wichtigsten Punkten, denen sich die SPD in den vergangenen Jahren gewidmet hat, gehören laut Magg die städtebauliche Entwicklung der Stadt, das Thema Gewerbe sowie Kitas und Schulen. Mit der Gesamtneuaufstellung des Flächennutzungsplans etwa habe man sich eindeutig gegen die Ausweisung neuer großer Wohngebiete entschieden. "Wir haben ein hohes Maß an Wachstum und stoßen mit unserer Infrastruktur an Grenzen", erklärte Magg. Zudem hindere zu schnelles Wachstum die Neubürger an der Integration und der Identifizierung mit ihrem Wohnort.

Im ersten Abschnitt des Gewerbeparks seien 750 neue Arbeitsplätze geschaffen worden, die Gewerbesteuereinnahmen seien um rund zwei Millionen Euro pro Jahr gestiegen, erklärte Freudenstein. "Als ich 2008 in den Stadtrat kam, schwebte das Damoklesschwert des Finanzcrashs und der Bankenkrise über uns", sagte sie, "Olching war chronisch unterfinanziert." Mit dem Gewerbegebiet sei man auf einem guten Weg, das Defizit auszugleichen.

Magg sieht jedoch noch genug Spielraum. Er geht davon aus, dass in einer "gesunden" Stadt die Gewerbe- und Einkommenssteuereinnahmen etwa gleich hoch sind. In Olching stehen den acht bis neun Millionen Euro an erwarteten Gewerbesteuereinnahmen 20 Millionen Einnahmen aus dem Einkommenssteueranteil gegenüber.

Weitere Gewerbeansiedlungen erwartet die SPD im Sondergebiet "Grüne Höfe" in Esting. Dort soll ein Zentrum für ökologisch-landwirtschaftliche Produktions- und Vermarktungsbetriebe entstehen. Mit der Entwicklung des Geländes um die Paulusgrube soll künftig außerdem die Aufenthaltsqualität und damit auch der "Einkaufserlebniswert" gestärkt werden. Dort sollen vor allem Geschäfte und Gastronomien untergebracht werden, während der Bereich um das Kulturzentrum am Olchinger Mühlbach, wenn es nach der SPD geht, um einige öffentliche Einrichtungen, wie Bibliothek und einen Rathausneubau erweitert werden soll. Als weitere Erfolge verbucht die Partei unter anderem auch den Neubau des Bauhofs und das Einheimischenmodell im Schwaigfeld, sowie die hohen Investitionen in die im Herbst 2014 eröffnete Amperschule, den jetzt anstehenden Ausbau der Grundschule Graßlfing zur Ganztagsschule und der Errichtung der Kinderhäuser Nautilus und Arche Noah mit insgesamt fast 200 Betreuungsplätzen.

Nachholbedarf sehen die Sozialdemokraten beim bezahlbarem Wohnraum. Die Fraktion hat bereits ein "wohnungspolitisches Paket" mit vier Anträgen in den Stadtrat eingebracht. Im Mittelpunkt dessen steht die über Jahre hinweg vernachlässigte systematische Sanierung der städtischen Wohnungen, mit der erst zum Teil begonnen wurde. Außerdem werde das "generationenübergreifendes Wohnen" der Wohngut-Genossenschaft unterstützt, und der Stadtrat hat bereits vor einiger Zeit eine "soziale Bodennutzung" als Grundsatz entschlossen. Der SPD schwebt auch die Gründung einer städtischen Wohnungsbaugesellschaft vor.

Ein weiterer großer Punkt, der die Stadt und somit auch die SPD künftig beschäftigen wird, ist die hohe Verkehrsbelastung vor allem in der Hauptstraße. "Wir wissen, dass wir durch die Bahnlinie und durch die Amperauen beschränkt sind", sagte Magg. Deswegen sei die einzige Möglichkeit, die Straßen vom Verkehr zu entlasten, der Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs. Mit der Ausweitung der Linien 835 und 834 habe man schon einen wichtigen Schritt getan.

Um ganz gezielt die Olchinger Hauptstraße zu entlassen, schwebt den Sozialdemokraten aber eine zusätzliche Citybus-Linie vor, die vom Nöscherplatz bis ins Gewerbegebiet in Geiselbullach verkehrt. Wichtige Projekte und Herausforderung gebe es also in Olching noch viele. Welche davon im rot-regierten Olching noch umgesetzt werden können, wird sich spätestens in drei Jahren zeigen.

© SZ vom 11.08.2017
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