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Gröbenzell:Schulverbund gleicht Klassenstärken an

Frisch gestrichen: Die Bernhard-Rößner-Schule ist unlängst saniert worden, ihre Existenz war aber auch schon bedroht.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

In Gröbenzell gibt es eine neues Vorgehen zur Bildung von Eingangsklassen. Es sichert den Einrichtungen auch ihre Existenz

Von Ariane Lindenbach, Gröbenzell

Zwischen 17 und 21 Schülern besuchen in diesem Schuljahr eine der ersten Klassen an den Gröbenzeller Grundschulen, der Unterschied ist also moderat. Damit scheint das Konzept des neu gegründeten Schulverbundes aufzugehen. Denn im Jahr zuvor war die Differenz viel größer: An der Gröbenbachschule waren in der kleineren ersten Klasse 19 Schüler, jenseits der Bahnlinie in der Ährenfeldschule waren es mit 28 Erstklässlern wesentlich mehr. Die Angleichung der Schülerzahlen in den einzelnen Klassen war das Hauptziel des neuen Grundschulverbundes, der genau aus diesem Grund von den drei Schulleitern angeregt und ausgearbeitet worden war.

Anfang des Jahres hatten die Rektoren, unterstützt von einem Vertreter des Schulamtes Fürstenfeldbruck, ihr Konzept dem Gemeinderat vorgestellt. Rechtzeitig vor Beginn des neuen Schuljahres wurde es nun rechtskräftig. Das Problem mit den drei Schulen existiert in Gröbenzell schon lange. Die Kommune, deren Bewohner sich bei einer Abstimmung vor ein paar Jahren mehrheitlich gegen den Status einer Stadt ausgesprochen haben, zählt flächenmäßig zu den kleinen Gemeinden im Landkreis. Die Zahl der Grundschulen jedoch ist mit drei angesichts von rund 20 000 Einwohnern großzügig bemessen. Abhängig von der Zahl der einzuschulenden Kinder, gab es allerdings auch schon Zeiten, in denen die Gröbenzeller um die Existenz ihrer drei Schulen bangen mussten. In anderen Phasen wiederum fiel die Klassenstärke sehr unterschiedlich aus: In einer Grundschulklasse saßen nur knapp 20 Schüler, in der nächsten fast 30.

Das ist ungerecht, da die Klassenstärke unmittelbare Auswirkungen auf die Unterrichtsqualität hat. Deshalb will der neu gegründete Grundschulverbund genau dieses Manko heilen. Denn mit einem Schulverbund gibt es in der Gröbenbachgemeinde nur noch einen gemeinsamen Schulsprengel; die drei Grundschulen verfügen fortan stattdessen über einen eigenen "Einzugsbereich". Diese formale Veränderung ermöglicht es den Lehrern, nun deutlich früher als bisher das Gespräch mit den Eltern zu suchen, damit die Kinder möglichst gleichmäßig auf die drei Schulen verteilt werden können.

Eine Entscheidungshilfe für eine Schule könnte dabei das jeweilige Schulprofil sein. Das sei quasi eine vorhandene Stärke, die noch etwas hervorgehoben werde, wie Karin Meier, Rektorin der Gröbenbachschule, im Gemeinderat erläuterte. "Das sind aber wirklich nur Nuancen", die auch nicht in allen Klassen zum Tragen kommen, unterstrich sie. So gibt es beispielsweise an der Ährenfeldschule eine Ganztagsklasse, an der Bernhard-Rößner-Schule gibt es Englischunterricht und an der Gröbenbachschule legt eine Klasse ihren Fokus auf Musik und Sport.

"Unser Hauptkriterium sind gleich große Klassen am Ort", nannte Meier gegenüber den Gemeinderäten noch einmal die Motivation, die die Schulleiter zu dem Zusammenschluss respektive Schulverbund gebracht hatte. Neben dem Wunsch, allen Gröbenzeller Kindern gleiche Chancen für ihre Schulkarriere zu geben, gibt es aber noch einen zweiten Aspekt. "Wir haben über viele Jahre festgestellt, dass die Gesamtschülerzahl sehr knapp ist", erklärte Meier. Für die Schulen bedeutet dies eine existenzielle Bedrohung. Denn sinkt die Schülerzahl für die zweizügige Bernhard-Rößner-Grundschule auf 28, dürfte die Einrichtung nur noch eine große Klasse bilden. Die Zweizügigkeit würde entfallen, die ganze Schule ihre Existenzberechtigung verlieren. Nicht zuletzt deshalb erklärte Schulreferentin Anita Rieger (CSU): "Ich finde das sehr gut, dass wir das heute Abend abschließend beschließen können."

© SZ vom 08.09.2020

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