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Gröbenzell:Picknick ohne Plastik

Gröbenzell for Future organisiert seine erste Aktion

Von Ariane Lindenbach, Gröbenzell

"Es kann doch nicht angehen, dass wir immer und immer wieder nur darüber reden. Wir müssen etwas tun." Diese Worte der evangelischen Pfarrerin Christine Drini am Ende einer Veranstaltung über den Klimawandel im Oktober vorigen Jahres in Gröbenzell waren die Geburtsstunde von "Gröbenzell for Future". Spontan trugen sich an jenem Abend etliche Menschen in eine Liste ein und erklärten sie sich willens, sich für Umwelt und Natur und gegen den Temperaturanstieg einzusetzen. Seither haben die Klimaschützer aus allen Altersklassen und verschiedensten politischen Richtungen bereits einiges erarbeitet. Die erste öffentliche Aktion der Gruppe wird am Sonntag, 9. August, ein "Picknick for Future" im Bürgerpark sein - unter Einhaltung der geltenden Hygieneregelungen und möglichst ohne Plastik.

In sechs Arbeitsgruppen haben die Aktivisten bereits erste Ideen und Verbesserungsvorschläge zum Schutz des Klimas formuliert. Die Gruppen bearbeiten die Themen Mobilität, Ortsplanung und Gebäude, die Kommenergie als kommunalen Energieversorger, die Einsparung von Ressourcen und die Reduzierung von Müll, einen bewussteren Konsum sowie schließlich Naturschutz. Manches, was die Gruppen fordern, gibt es bereits in der Ortschaft am Gröbenbach, doch vieles davon ist der Mehrheit bislang noch unbekannt. Nun soll es durch gezielte Vernetzung und Werbung bekannter werden. Das gilt für den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs - in Gröbenzell sind in den letzten Jahren einige neue Busverbindungen geschaffen worden - genauso wie für die Einkaufkooperative für einen plastikfreien Einkauf. Die Vorsitzende des Bund Naturschutz, Ariane Zuber, die jetzt auch bei Gröbenzell for Future mitmacht, hat sich dafür bereits vor einem Jahr stark gemacht. An manchen Verbesserungen wird auch schon gearbeitet, zum Beispiel daran, den Ort fahrradfreundlicher zu machen. Erst kürzlich weihte die Gemeinde ein kostenloses Fahrrad-Verleih-System ein, zudem hat sie bereits einige Fahrradstraßen.

Obwohl also in Gröbenzell schon einige klimafreundliche Projekte laufen, ist den Klimaschützern noch eine Menge eingefallen, wie der Temperaturanstieg noch etwas mehr ausgebremst werden könnte. Dazu gehören beispielsweise autofreie Zonen, die Abschaffung einer Mindestgröße bei Mülltonnen sowie ein Abholsystem für Gartenabfälle. Des weiteren sollen die Gebäudesanierung vorangetrieben und die Stromerzeugung durch Sonnenkraft ausgebaut - vor drei Jahren machte sie am Ort keine fünf Prozent aus - sowie die Kommenergie dazu bewegt werden, in die Produktion von klimafreundlichem Strom zu investieren. Auch Pfand auf Einweggeschirr, die Organisation eines gemeinsamen Silvester-Events ohne Feuerwerk oder das Propagieren von vegetarischen und veganen Gerichten in den gemeindlichen Einrichtungen gehören dazu.

Auch wenn die Geburtsstunde von Gröbenzell for Future einer Veranstaltung der Grünen zu verdanken ist, betonen die Klimaschützer, dass sie eine überparteiliche und überkonfessionelle Gruppe sind: "Bei uns kann jeder und jede mitmachen!" Zu der Veranstaltung im Oktober hatten die Grünen je einen Vertreter von Scientists for Future, Fridays for Future und Plant for the Planet eingeladen. Zu den Aktivisten der ersten Stunde gehört neben der evangelischen Pfarrerin Christine Drini und der BN-Vorsitzenden Ariane Zuber auch der frühere Umweltreferent der CSU, Reinhard Paesler.

Picknick for Future, Sonntag, 9. August, 11 Uhr, Bürgerpark Gröbenzell

© SZ vom 07.08.2020

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