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Gröbenzell/Olching:Verkaufsstand mutwillig zerstört

Notdürftig repariert hat Toni Gross die Schäden an seinem Steckerlfisch-Verkaufsstand.

(Foto: Günther Reger)

Unbekannte demolieren den Steckerlfisch-Stand von Toni Gross in Gröbenzell. Zu seinen Umsatzausfällen kommen nun Extrakosten

Eine böse Überraschung hat Robert Toni Gross am frühen Donnerstagmorgen erlebt: Unbekannte haben seinen markanten Steckerlfisch-Stand, den er in Eigenbau aus einem echten Schiff hergerichtet hat, zerstört. Die beiden Verkaufsplatten, Wert je 350 Euro, sind gebrochen, das hintere Nummernschild wurde von den Tätern mit Halterung herausgerissen und in einiger Entfernung vom Tatort, der Grünfinkenstraße in Gröbenzell, komplett demoliert liegen gelassen. Für den 53-jährigen Gross, dessen Vater die Fischbraterei am Olchinger Volksfest etabliert, ist die Sachbeschädigung in dieser ohnehin existenzbedrohenden Zeit ein herber Rückschlag.

"Das ist momentan mein einziger Verkaufsstand", erklärt Gross. Wegen der Corona-Pandemie kann er momentan nichts an seinem normalen Einsatzorten verdienen, etwa den Volksfesten von Aichach bis Olching sowie diversen Marktsonntagen und Bürgerfesten. "Ich habe fünf Volksfeste, über 30 Märkte. Die fallen alle aus." Zu dem herben Einnahmeverlust kommt jetzt auch noch der Sachschaden. Auf 2000 Euro schätzt der Gröbenzeller die Gesamtsumme. Vernünftig reparieren werde er den Schaden erst können, wenn die Saison vorbei sei, denn dazu brauche er wohl vier Tage, das Dach müsse abgebaut werden. "Liebe Leute, das ist nicht mehr lustig, sondern existenzschädigend! Das Boot ist, nach allen bisherigen Absagen von Volksfesten und Märkten wegen Covid-19, meine einzigste Einnahmequelle!", schreibt er auf seiner Homepage.

Vorerst hat der 53-Jährige sein uriges restauriertes Fischerboot mit dem integrierten Steckerlfisch-Holzkohlegrill notdürftig repariert. Seine Einnahmeausfälle versucht er derzeit mit Dem Verkauf vor Supermärkten und Einkaufszentren auszugleichen. Am Donnerstag etwa stand er beim Rewe in Geiselbullach, dem ehemaligen EKZ.

Zu dem Schaden an seinem Grillboot kam dann noch ein zweistündiger Ausfall hinzu: So lange war der Gröbenzeller in der Früh mit der Polizei beschäftigt, die den Schaden aufnahm. Und noch eine Unannehmlichkeit mehr hat ihm die Zerstörung eingebracht: Das hintere Nummernschild an seinem Geschäftsauto fehlt und er muss, voraussichtlich etwa zwei Wochen lang, nun ohne herumfahren. Das liegt daran, weil das Kennzeichen derzeit von der Spurensicherung untersucht wird. Ohne Kennzeichen aber kann er bei der Zulassungsstelle keinen Ersatz beantragen. Das Vorgehen sei mit der Polizei in Olching abgesprochen, versichert Gross. Aber wenn ihn Polizeibeamte andere Dienststellen aufhielten, müsse er das sicher lang erklären. "Es ist ein Gschiss", klagt er, an das Prozedere mit der Zulassung in Corona-Zeiten denkend. Aber es gibt auch einen kleinen Lichtblick: "Wir haben sehr viel Anteilnahme erfahren, wir haben das auf Facebook gepostet." Es gab mehr als 80 Reaktionen und auch einige Bestellungen für Steckerlfisch.

© SZ vom 03.06.2020

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