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Gröbenzell:Modellprojekt beendet

Ende der Testphase: Ein Bauhofmitarbeiter entfernt in der Eschenrieder Straße in Gröbenzell Tempo-30-Schilder. Die Auswertung der Erfahrungen werden zeigen, ob es zu dieser Begrenzung dauerhaft kommen wird.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Gröbenzell lässt Tempo-30-Schilder abbauen

Von Ariane Lindenbach, Gröbenzell

Sie sind wieder weg: Nach eineinhalb Jahren haben Mitarbeiter des gemeindlichen Bauhofs die Tempo-30-Schilder in der Eschenriederstraße in Gröbenzell am Dienstag abmontiert. Allerdings hatte das nichts mit der Klage eines Anwohners zu tun, der sich mit einem Eilantrag gegen die Begrenzung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern an das Verwaltungsgericht München gewendet hatte. Laut Rathaussprecherin Susanne Flügel war es reiner Zufall, dass nun beides auf den selben Tag gefallen wäre: der Termin des VG und das Abbauen der beanstandeten Verkehrsschilder. Ersterer wurde kurzfristig abgesagt.

Dass die Geschwindigkeit in der Eschenrieder Straße überhaupt herabgesetzt wurde, war ein modellhafter Verkehrsversuch der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen in Bayern (AGFK Bayern), bei der die Gemeinde Mitglied ist, gemeinsam mit der Obersten Baubehörde und der Technischen Hochschule Nürnberg. Im Zentrum des Interesses stand dabei die Frage, wie sich die reduzierte Geschwindigkeit auf die subjektive und objektive Sicherheit von Radfahrern auswirkt. Und ob die Tempo-30-Schilder die Wahrnehmung und das Verhalten bei allen Verkehrsteilnehmern verändern. Der Versuch soll, so dass deklarierte Ziel, "Empfehlungen zu Einsatzkriterien Tempo 30 herausarbeiten". Ortsunkundigen sei über die Eschenrieder Straße verraten, dass dort meist sehr viele Autos am Straßenrand parken, wodurch umsichtige Autofahrer in der Praxis selten die innerhalb von Ortschaften geltende Geschwindigkeit von 50 Stundenkilometern erreichen können.

Wie es weiter aus dem Rathaus heißt, sollte die Untersuchung über die Auswirkungen der Tempolimit-Schilder ursprünglich Ende 2019 abgeschlossen werden. Aufgrund einer Bitte aus dem Ministeriums, weitere Untersuchungen bis zum vollständigen Abschluss der Erhebung zu ermöglichen, blieben die Tempo-30-Schilder zehn weitere Monate stehen. Die Mitteilung der TU Nürnberg, dass nun alle Ergebnisse vorliegen, der Endbericht derzeit gemeinsam mit allen Projektbeteiligten fertiggestellt wird und die Verkehrsschilder nun wieder abgebaut werden können, kam ausgerechnet so kurzfristig vor dem anberaumten und dann abgesagten Termin des Verwaltungsgerichts, dass beides zusammenfiel.

© SZ vom 22.10.2020
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