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Gröbenzell:Häusliche Gewalt und Obdachlosigkeit

Häusliche Gewalt

Von Fällen häuslicher Gewalt an Frauen wie auf dieser gestellten Aufnahme berichtet Gröbenzells Gleichstellungsbeauftragte in ihrem Jahresbericht.

(Foto: dpa)

Gleichstellungsbeauftragte Marita Thull legt ihren Jahresbericht vor

Marita Thull ist als Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Gröbenzell gut beschäftigt. "2014 wurden 30 Frauen und ein Mann beraten", berichtete sie dem Gemeinderat. Ehescheidungen und Trennungssituationen würden gerade bei Frauen zu größeren Schieflagen führen. Finanzielle und psychische Probleme bilden den Schwerpunkt. "Mit der Trennungs- und Scheidungsproblematik verknüpft waren häufig Fragen zu Sozialwohnungen, Arbeitslosengeld, Unterhalt, Sorgerecht sowie Möglichkeiten der Rechtsberatung", erläuterte Thull.

Drei Frauen seien Opfer von häuslicher Gewalt gewesen. "In allen Fällen handelte es sich nicht um den ersten Übergriff", so Thull, "in der Vergangenheit gab es schon wiederholt ähnliche Vorfälle. Eine Zunahme vor allem psychischer Probleme bei Frauen stellte die Gleichstellungsbeauftragte fest: "Seelische Beeinträchtigungen sind häufig Folge langjähriger Belastungen durch familiäre, partnerschaftliche oder sonstige Probleme." Zentrales Thema sei nach wie vor die Situation alleinerziehender Elternteile - in der Regel Frauen - während der Trennungsphase. Seit Jahren habe dieser Personenkreis große Schwierigkeiten bei der Wohnungssuche.

Thull informierte die alleinerziehenden Frauen über die die Möglichkeit, eine Sozialwohnung zu beantragen. "Schnelle Lösungen gibt es da nicht, vor allem bei großen Wohnungen müssen Wartezeiten in Kauf genommen werden. Mangels Alternative müssten die Frauen dann noch oft mit dem Ehemann in der gemeinsamen Wohnung leben. Auch Obdachlosigkeit von Frauen sei ein Thema in Gröbenzell. Beratungen gab es auch zu Verschuldungssituationen, Kinderbetreuung, Weiterbildung, Hatz IV, Unterhalt und Unterhaltsvorschuss, aber auch zum Wiedereinstieg in den Beruf. Frauen, die wegen Familienarbeit ihre Erwerbstätigkeit unterbrochen haben, bietet sich der Kurs "Neuer Start für Frauen" an.

Das ist ein Motivierungs- und Orientierungskurs, den der Verein Temperamente im Landkreis anbietet. 2014 nahmen zwölf Frauen im Alter von 35 bis 56 Jahren an dem Sieben-Wochen-Kurs teil. Dabei werde auf die jeweiligen Möglichkeiten der einzelnen Teilnehmerin eingegangen, informierte Thull. Neben den Einzelfallhilfen mit häufigen Kontakten zu den Hilfesuchenden steht die Gleichstellungsbeauftragte auch noch für Kurzanfragen zur Verfügung.

© SZ vom 05.06.2015
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